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Nach sieben Jahren am Bundesstützpunkt: Sportgymnastin Huber beendet Karriere

TV Rehlingen : Vom Tag der offenen Tür ging es bis zur WM

Daniela Huber gehörte zu Deutschlands besten Gymnastinnen, nun hat sie ihre Karriere beendet. Corona zerstörte den Olympia-Traum.

Große Aufregung am Freitagabend in der Kreissporthalle in Dillingen: Die Rehlingerin Daniela Huber verkündete nach sieben Jahren am Bundesstützpunkt der Rhythmischen Sportgymnastik in Fellbach-Schmiden das Ende ihrer Karriere als Spitzengymnastin. So herzlich das zu Corona-Zeiten eben geht, wurde sie vom ersten Beigeordneten der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, Joshua Pawlak, der Vorsitzenden des TV Rehlingen, Petra Bastian, sowie der Leiterin der Turntalentschule Rehlingen-Merzig, Galina Ellert, bei der Rückkehr aus Schmiden empfangen.

Huber fiel der Schritt, die Karriere zu beenden schwer. Denn eigentlich war die 19-Jährige kurz vor ihrem großen Ziel. Nur noch wenige Qualifikationswettkämpfe trennten sie von der Teilnahme mit der deutschen Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen in Tokio. Doch dann kam die Corona-Pandemie – und auch Huber wurde ein Opfer. „Zuerst wurden einige Wettkämpfe, dann die Olympischen Spiele verschoben. Als dann der internationale Turnverband entschieden hat, die Europameisterschaften im November ohne Qualifikationsmodus für Olympia stattfinden zu lassen, sind unsere Chancen auf eine Teilnahme weiter gesunken. Ich wollte keine Zeit mehr verlieren und habe schweren Herzens entschieden, meine Karriere zu beenden“, erzählt die 19-Jährige.

Galina Ellert unterstützte die Entscheidung – und ist glücklich, Huber wieder in ihrem Heimatverein begrüßen zu dürfen. „Daniela hat wahnsinnig große Erfolge vorzuweisen und kann stolz auf alles sein, was sie erreicht hat. Als Sportler ist es immer das Beste, eine solche Entscheidung selbst und bewusst zu treffen, statt vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Es ist nicht absehbar, wie es mit der Coronakrise weitergeht und welche Auswirkungen das auf den Leistungssport haben wird“, erklärt die Cheftrainerin.

Huber kann in der Tat auf eine eindrucksvolle Karriere in der Rhythmischen Sportgymnastik zurückschauen. „Als sie 2008 zum Tag der offenen Tür kam, habe ich sofort ihr außergewöhnliches Talent erkannt“, erinnert sich Galina Ellert. „Mit zehn Jahren war dann ganz klar, wo die Reise hingeht.“ Nämlich zum Bundesstützpunkt. Nachdem sie zahlreiche deutsche Meistertitel mit der Gruppe des TV Rehlingen und vordere Platzierung auf nationaler und internationaler Ebene im Einzel nachweisen konnte, wurde sie im September 2013 kurz vor ihrem zwölften Geburtstag nach Fellbach-Schmiden berufen. „Am Anfang war das schwer. Ich bin ein absoluter Familienmensch und habe tatsächlich die ganzen Jahre über immer Heimweh gehabt“, erzählt die Schülerin.

Ihrem Ehrgeiz hat das keinen Abbruch getan. Sie vertrat Deutschland sowohl im Einzel als auch in der Gruppe. Als Einzelgymnastin wurde sie mehrfach deutsche Meisterin, war aber auch auf internationalem Terrain erfolgreich. Im Nationalteam glänzte sie bei Europa- und Weltmeisterschaften. „Ein besonderer Erfolg war für mich der Grand-Prix -Sieg in Moskau 2015“, berichtet Huber. Seit 2018 war sie sogar Kapitänin des Nationalteams.

Nun möchte die Saarwellingerin sich auf ihren Schulabschluss konzentrieren. „Glücklicherweise hat mir das Max-Planck-Gymnasium einen schnellen Schulwechsel ermöglicht und mich in die elfte Klasse aufgenommen. Damit habe ich nun die Chance, im Saarland mein Abitur zu machen“, so Huber. Nebenbei wird sie auch im Training beim TV Rehlingen unterstützend tätig sein. Das freut besonders ihre ehemalige Trainerin.

Die Erfolge von Daniela Huber stehen auch für die kontinuierliche, gute Nachwuchsarbeit im TV Rehlingen. In allen Altersstufen freut sich der Verein immer über Kinder, die sich für die Sportart begeistern. Sobald die Hallen wieder offen sind, können sich Interessierte über die Internetseite www.tvrehlingen.de melden. Zurzeit werden die Gymnastinnen in anderer Trainingsform durch diese schwere Zeit begleitet.