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Nach der Kirmes 1939 kam die EvakuierungVor 70 Jahren mündete die Kirmes direkt in die Evakuierung

Nach der Kirmes 1939 kam die EvakuierungVor 70 Jahren mündete die Kirmes direkt in die Evakuierung

Niedaltdorf. Im August vor 70 Jahren feierten die Niedaltdorfer ihre Kirmes. Niemand ahnte damals im August 1939, dass die Niedaltdorfer nur wenige Tage später ihre Koffer packen mussten, um zwangsweise ihre Heimat zu räumen. Ein Treck von Pferde- und Kuhgespannen rollte über die steinerne Niedbrücke, um dann nach Unterquerung der Eisenbahnbrücke die Heimat zu verlassen

Niedaltdorf. Im August vor 70 Jahren feierten die Niedaltdorfer ihre Kirmes. Niemand ahnte damals im August 1939, dass die Niedaltdorfer nur wenige Tage später ihre Koffer packen mussten, um zwangsweise ihre Heimat zu räumen. Ein Treck von Pferde- und Kuhgespannen rollte über die steinerne Niedbrücke, um dann nach Unterquerung der Eisenbahnbrücke die Heimat zu verlassen. Es sollte sehr lange dauern, bis die Niedaltdorfer aus den Evakuierungsgebieten wieder zurückkehren konnten. Ein großer Teil der Wohn- und Wirtschaftsgebäude war im Zuge so genannter "Neuordnungsmaßnahmen", paradoxerweise sagte man "Wiederaufbau", abgerissen worden. Die wenigen Kirmesbuden waren noch vor der Evakuierung abgebaut worden. Nicht so die große Schiffschaukel. Sie stand zwischen den beiden Brücken, die bei Kriegsbeginn 1939 gesprengt wurden. Während über die Nied eine Behelfsbrücke gebaut wurde, gab es bei der Bahnbrücke größere Probleme. Der zweigleisige Verkehr war unterbrochen. Behelfsmäßig wurden Schienen über die Straße verlegt, um einige Eisenbahnwaggons von Gerstlingen in Richtung Hemmersdorf zu bergen. Siebzig Jahre nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1939/1945) und den großen Zerstörungen präsentiert sich das Dorf in einer anderen Form. Der Ort mit seiner bekannten Tropfsteinhöhle ist überwiegend eine Wohngemeinde mit einem Alten- und Pflegeheim und einer gepflegten Gastronomie. Die Niedaltdorfer feiern von diesem Samstag, 29., bis Montag, 31. August, ihre Kirmes. Kirchenpatron ist St. Rufus. An der Organisation der Kirmes sind vor allem die Niedaltdorfer Ortsverbände von CDU und SPD beteiligt. Am Samstag wird um 18 Uhr der "Kirmeshannes" am Feuerwehrgerätehaus abgeholt und zum "Johann-Guittienne-Platz" geleitet. Mit dem Fassanstich durch Ortsvorsteher Stephan Schaaf wird die Kirmes offiziell eröffnet. Am Sonntag gibt es vor allem für die Kinder eine Menge Attraktionen. Dazu gehört auch ein Kinderflohmarkt von 15 bis 18 Uhr. Die CDU bietet Tischfußball mit einem Turnier, ein Glücksrad mit vielen Preisen und die Verlosung einer von Staatssekretär MdB Peter Altmaier zur Verfügung gestellten Berlinreise für zwei Personen. In dieser Hinsicht steht auch die SPD nicht zurück. MdB Otmar Schreiner lädt ebenfalls zwei Personen in die Bundeshauptstadt ein. Um 17 Uhr nimmt die SPD die Preisverleihung des letztjährigen Luftballonwettbewerbs vor.