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Erntezeit
Das wird ein üppiges Mirabellenfest

Mirabellen en masse reifen an den Bäumen von Alois Konter heran. Zusammen mit seinem Enkel Jannik (16) bereitet er die Ernte für das Fremersdorfer Mirabellenfest an diesem Wochenende vor.
Mirabellen en masse reifen an den Bäumen von Alois Konter heran. Zusammen mit seinem Enkel Jannik (16) bereitet er die Ernte für das Fremersdorfer Mirabellenfest an diesem Wochenende vor. FOTO: Ruppenthal
Fremersdorf. In Fremersdorf wird an diesem Wochenende das einzige Mirabellenfest im Saarland gefeiert. Bauer Alois Konter: So voll hingen die Äste noch nie.

Die Vorbereitungen für das Fremersdorfer Mirabellenfest am Samstag, 11. und Sonntag, 12. August, laufen auf Hochtouren. Das einzige Fest dieser Art im Saarland lockt alljährliche hunderte Besucher aus nah und fern zur Feldscheune von Alois Konter zum Bisknop. Kein Wunder, sind doch die Kuchen des gelernten Bäckers, der allerdings bis zu seiner Pensionierung als Schleusenwärter an der Saar arbeitete, berühmt: Nicht nur seine frisch vor Ort im Steinbackofen gebackenen Mirabellenkuchen, sondern vor allem die Piddelches-Kuchen sind bei diesem Fest heiß begehrt. In langen Schlangen stehen die Gäste dafür an – und nicht selten hieß es in den vergangenen Jahren: „Leider ausverkauft!“


Piddelcher - der mundartliche Begriff für Pfützen - gibt dem Kuchen seinen Namen, wegen der per Hand gemachten und mit Sahne aufgefüllten Dellen, der Pfützen eben. Auch kiloweise Mirabellen frisch vom Baum sowie Schnäpse und Liköre gehen an dem Tag über die Theke. Auch diejenigen, die es lieber deftig haben, kommen auf ihre Kosten: Die Flammkuchen aus der Scheune sind der Renner, erzählt Konter.

Hatte Alois Konter im vergangenen Jahr zwar schöne dicke, aber eher zu wenige Mirabellen, so brechen in diesem Jahrhundertsommer die Bäume unter der Last der Früchte regelrecht zusammen. Jede Menge große Äste müssen abgestützt werden, aber dennoch sind viel zu viele schon abgebrochen. „Solche Mengen gab es noch nie,“ erklärt Alois Konter, der diese Mirabellenflut deshalb auch mit einem lachenden und weinenden Auge registriert.



Mit Enkel Jannik hat er seit langem einen treuen und zuverlässigen Helfer zur Seite. Allerdings ist aus dem kleinen Lausbuben inzwischen ein stattlicher junger Mann geworden, 1,92 Meter groß mit Schuhgröße 48. Zusammen mit seiner 12-jährigen Schwester Hanna begleitet der 16-Jährige von klein auf die jährliche Mirabellenernte. Die Begeisterung des Opas für die Natur ist auch auf ihn übergesprungen: Deshalb beginnt er am 1. August auf dem Waldhof von Winfried Rock in Sinz eine Ausbildung zum Landwirt.

Opa Alois Konter ist seit vielen Jahren schon Obstbauer und Brenner. Mehrere hundert Bäume wachsen auf der Streuobstwiese des 69-Jährigen. Kirschen gab in diesem Jahr praktisch keine, berichtet er, denn die Vögel waren schneller. Doch konnte er Sauerkirschen ernten und zu Marmelade verarbeiten. Und auch die Apfelbäume hängen voll, auch wenn nach seinen Worten die Ernte in diesem Jahr hinter der des Vorjahres zurückbleibt. „In der Blütezeit hatten wir einfach zu viel Regen,“ nennt  Konter auch den Grund.

Dafür gibt es in diesem Jahr ganz sicher Mirabellen en masse. Rechtzeitig zum Mirabellenfest sind sie soweit und können geerntet werden.

(rup)