Kommentar : Dorfsterben kann nicht um jeden Preis gestoppt werden

Die Hemmersdorfer versuchen bisher engagiert zu verhindern, dass ihr Dorf ausstirbt. Wie wichtig eine medizinische Versorgung auf dem Land ist, liegt auf der Hand: Gerade Kranke und Ältere sind nicht immer mobil und kommen gut zur nächsten Apotheke oder Arztpraxis. Wer möchte schon mit starken Schmerzen oder einem Magen-Darm-Infekt stundenlang mit dem Bus unterwegs sein?

Langfristig blutet ein Ort ohne Infrastruktur aus. Das weiß auch der Ortsvorsteher und will deshalb lieber eine richtige Apotheke als nur einen Briefkasten. Es gibt dort schon lange keinen Supermarkt mehr, nur noch eine Bäckerei. Als Treffpunkte sind Läden nicht zu unterschätzen, man trifft sich und hält ein Schwätzchen. Das ist wichtig für das Dorfleben und das Miteinander.

Dennoch kann die Apothekenkammer nicht nur deshalb zwei Augen zudrücken und einem Inhaber Missstände durchgehen lassen, die vielen anderen nicht erlaubt sind. Da müssen die Hemmersdorfer wieder kreativ werden und andere Lösungen finden.