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Landstraße bleibt nicht ohne ihre Leitpfosten

Niedaltdorf. Eigentlich sollte das Pilotprojekt auf der L 354 zwischen Niedaltdorf und Ittersdorf ein Jahr laufen. Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) wollte Kosten und Nutzen für Leitpfosten prüfen und baute testweise vor rund einer Woche die ersten Pfosten auf der Strecke ab. Später sollte das Projekt auch auf andere saarländische Landstraßen ausgedehnt werden Von SZ-Redakteurin Sophia Schülke

Niedaltdorf. Eigentlich sollte das Pilotprojekt auf der L 354 zwischen Niedaltdorf und Ittersdorf ein Jahr laufen. Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) wollte Kosten und Nutzen für Leitpfosten prüfen und baute testweise vor rund einer Woche die ersten Pfosten auf der Strecke ab. Später sollte das Projekt auch auf andere saarländische Landstraßen ausgedehnt werden. Doch das passte dem Ortsrat von Niedaltdorf nicht: Mit einstimmigem Beschluss ging am Freitag eine Resolution mit Aufforderung zum sofortigen Abbruch des Modellversuchs an das Verkehrsministerium.Am Freitagnachmittag gab das Ministerium bekannt, dass es mit dem LfS vereinbart hat, den Modellversuch auf der L 354 nicht weiter zu verfolgen. Ortsvorsteher Stephan Schaaf freut sich, er hatte nicht gedacht, dass der Ort sein Ziel so schnell erreichen würde. "ADAC und Verkehrssicherheitsrat hatten sich schon dagegen ausgesprochen, aber wir wären am Ball geblieben."


Der Abbau der Leitpfosten auf der Strecke zwischen dem Abzweig der B 405 (zwischen Ittersdorf und Bundesgrenze) und dem Ortseingang von Niedaltdorf sei im Ort heftig diskutiert wurden. Dass auf die Strecke eine neue, reflektierende Randmarkierung kommen sollte, konnte nicht überzeugen. Bei Schnee und Nebel sei diese nur schwer zu erkennen, argumentierte der Ortsrat in seiner Resolution. Zudem hätten Kollisionen mit Leitpfosten in der Vergangenheit mehrfach dazu beigetragen, schwerere Unfälle zu verhindern. "Ich habe zum Pilotprojekt keine befürwortende Stimme im Ort gehört", resümiert Schaaf. Die Strecke war ausgewählt worden, weil sie mit täglich bis zu 1000 Fahrzeugen verkehrsarm, eben und durch Bäume an den Seiten klar erkennbar sei. Diese Meinung teilten die Mitglieder des Ortsrates nicht, sondern bezeichneten das Projekt in der Resolution als "schlimmen Eingriff in die Sicherheit des Straßenverkehrs". Auch das ursprünglich hervorgebrachte Argument, trotz fehlender Leitpfosten gebe es auf der Burgstraße zwischen Siersburg und Rehlingen keinen merklichen Anstieg von Unfällen, ging nach der Meinung des Ortsrates ins Leere. "Diese Strecke ist - im Gegensatz zur L 354 - breiter, vollkommen beleuchtet und mit einem Bürgersteig begrenzt", erklärt der Ortsvorsteher.

Die starke Kritik von Niedaltdorfer Ortsrat und Verkehrsexperten überzeugte. In Abstimmung mit dem Ministerium will der LfS die Leitpfosten wieder aufbauen.