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Konzert
Almenrausch ließ keine Wünsche offen

Noch die höchsten Töne trieb Tim Hoff aus seiner Trompete. Das war einer der Höhepunkte des Konzerts des Musikvereins Almenrausch in der Rehlinger Kulturhalle; links Dirigent Yannik Erel.
Noch die höchsten Töne trieb Tim Hoff aus seiner Trompete. Das war einer der Höhepunkte des Konzerts des Musikvereins Almenrausch in der Rehlinger Kulturhalle; links Dirigent Yannik Erel. FOTO: Johannes A. Bodwing
Rehlingen. Fetzig ging es zu beim Konzert des Musikvereins Almenrausch. Die Zuhörer in der Rehlinger Kulturhalle waren rundum begeistert. Von Johannes Bodwing

Das Orchester verlässt die Bühne in kleinen Gruppen. Bei „Und der Haifisch, der hat Zähne“ verschwinden erst die Trompeter, dann die Hörner, Querflöten, Klarinetten bis hin zu den Perkussionisten. Schließlich sitzt nur noch Schlagzeuger Alex Steffensky hinter Trommeln und Becken und hämmert ein energiegeladenes Solo in den Saal. Damit endete am Samstagabend nach knapp dreieinhalb Stunden das Konzert des Musikvereins „Almenrausch“.


504 Zuhörer füllten die Rehlinger Kulturhalle bis auf den letzten Platz. „Die Karten waren nach einer Stunde weg“, sagte ein Vereinsmitglied. 54 Musikerinnen und Musiker saßen auf drei Ebenen verteilt im hellen Bühnenlicht. Dazu kam ein begeistertes Publikum und eine gute Akustik. Mit funkigen Rhythmen von „Earth Wind and Fire“ füllte das Orchester bei „In the Stone“ überzeugend den Saal. Die Musikerinnen und Musiker hatten ihre Instrumente voll im Griff. Dirigent Yannik Erel führte sie mit gewohntem Elan durch zwölf anspruchsvolle Stücke und drei Zugaben. Das französische Energiebündel am Taktstock jagte die Instrumentalisten bei „Roller Coaster“ über die Achterbahn, gab den Solistinnen Emma Raphael und Alissa Riga beim „Klarinetten-Muckl“ die nötige Rückenstärkung und ließ mit „Salemonia“ einen aufmunternden Eröffnungsmarsch folgen.

Erinnerungen an Almen und hohe Berggipfel kamen auf, als Tim Hoff mit einem 3,60 Meter langen Original-Alphorn auf der Bühne stand. Im zweiten Programmteil war es Dr. Bernd Uder, der das ungewohnte Instrument zum Klingen brachte. Beide Musiker stammen vom MV „Harmonie 1920“ in Nohn. „Kategorie Fünf von fünf“, sagte Moderator Jörg Hektor zum höchsten Schwierigkeitsgrad des Konzertes. Das raffiniert angelegte Arrangement von „The Wizard of Oz“. Dabei erklang nicht nur ein zauberhaftes „Over the Rainbow“. Die Hauptcharaktere, wie Löwe, Zinnmann und Vogelscheuche formte das Orchester als musikalische Fantasien. Ob es die Melodien des Films „Forrest Gump“ waren, eine „Funk Attack“ oder ein Medley von Michael-Jackson-Hits, „Almenrausch“ traf die Töne, Einsätze und Atmosphären in überzeugender Weise. Auf die musikalische Spitze trieb es bei „Gonna Fly Now“ Tim Hoff an der Trompete. Bis in höchste Höhen blies er die Töne des bekannten Titelthemas der „Rocky“-Filme.



Als Zugabe bekam das Publikum einen flotten „Csárdás“ präsentiert, mit Ralf Hektor am Xylophon. Dem folgte das „Steigerlied“ und die Zähne des Haifischs aus Brechts „Dreigroschenoper“. „Almenrausch“ war am Samstagabend auch ein Gewinn bei der Benefiz-Tombola. Das Los fiel auf einen Teilnehmer aus dem Westerwald, für den sie auf Wunsch aufspielen werden. Ein weiterer Gewinner ist Luca Biewer. Dieser junge Sportler ist seit einem schweren Rad-
unfall im Juni 2018 querschnittgelähmt. Zur kostenintensiven Pflege trägt die Tombola 2575 Euro bei. „Almenrausch“ rundet die Summe auf 2800 Euro auf. Im 99. Jahr von „Almenrausch“ machte der Vorsitzende Stefan Dittlinger Appetit auf das Jubiläumsjahr 2019. Zu den geplanten Konzerten gehören unter anderen eines in Bouzonville mit 300 singenden Kindern und ein mehrtägiges Fest in Rehlingen.