Katzenbesitzer lässt Tiere verwahrlosen

Kostenpflichtiger Inhalt: Verwahrloste Katzen in Gerlfangen : Katzenbesitzer lässt Tiere verwahrlosen

Wie die Polizeiinspektion Saarlouis auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung bestätigte, hat es in Gerlfangen einen bedauerlichen Fall von Tierverwahrlosung gegeben. Die Rechtsanwältin Petra Offermann aus Gerlfangen hatte am späten Sonntagabend die Behörden informiert, dass ihr ein Fall bekannt geworden ist, bei dem zehn bis 15 Katzen in akuter Gefahr sind.

Wie die Polizei bestätigt, leben die Tiere ohne Besitzer in einem sogenannten Messi-Gebäude unter erbärmlichen Bedingungen. Obwohl die Tiere zwar gefüttert werden, seien die Zustände in dem ansonsten unbewohnten Gebäude katastrophal: „Der Gestank aus dem Haus ist unerträglich, durch die Fenster kann man nur Berge von Müll sehen, darunter leere Dosen, Glas, Glasscherben und weiterer Unrat“, sagt Offermann. Wie sie der SZ mitteilt, hätten Befragungen der Nachbarn hingegen widersprüchliche Aussagen über Zustand der Tiere ergeben.

Zum Wohl der Tiere hat sie dennoch Anzeige wegen Missachtung des Tierschutzgesetzes gestellt. Da der Eigentümer nicht vor Ort war, hat die Polizei den Schlüssel des besagten Hauses von einem Nachbarn entgegengenommen. Für einen gemeinsamen Einsatz von Polizei und Kreisveterinäramt am Sonntagabend sei es allerdings zu spät gewesen, die Polizei hätte aber zugesagt, gleich am Montagmorgen die Tiere abzuholen, erklärt Offermann. Ein Sprecher der Polizei bestätigte am Montag gegen 12 Uhr, dass eine gemeinsame Aktion eines Polizeikommandos und des Veterinäramtes im Gange ist.

Der Besitzer der Katzen ist der Polizei wohlbekannt und wohnt in der Nähe des verlassenen Gebäudes. „Auf ihn kommt nun eine Strafanzeige zu, und die Tiere werden in Sicherheit gebracht“, sagt der Polizeisprecher.

Am späten Nachmittag informierte Offermann die SZ, dass elf Katzen sicher auf dem Weg in Richtung Dillinger Tierheim seien. Allerdings hätten die Veterinäre eine Katzenmutter und ihr Junges nicht vom Dachboden retten können, da dieser nicht zugänglich sei: „Die Katzen sind sehr scheu – es werden jetzt Lebendfallen aufgestellt. In ein bis zwei Tagen wollen sie nochmal versuchen, die Katzen zu holen.“

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