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Kämpfer für die biologische Vielfalt

Kämpfer für die biologische Vielfalt

Josef Diwo, Landwirt aus Fürweiler, setzt sich gegen das Artensterben ein. Für sein Engagement wurde er von der UN-Dekade ausgezeichnet.

"Schauen Sie im Internet nach unter ,Transhumanz', das ist mein wohl wichtigstes Anliegen, damit können wir sehr viel erreichen für die nachfolgenden Generationen", erklärt Josef Diwo, Landwirt aus Fürweiler auf die Frage, was ihm denn am meisten auf den Nägeln brennt. Dann dreht er sich um und zeigt auf die großen Plakate im Rathaus in Siersburg, die ihn mit seinen Schafen auf der Weide in Fürweiler, aber auch mit Rindern auf der Grünen Woche in Berlin zeigen. Unter anderem reist er als Botschafter für alte und gefährdete Haustierrassen, aber auch als Kämpfer für die biologische Vielfalt um die Welt.

An Betätigungsfeldern im Natur- und Tierschutz mangelt es dem 1944 in Hasborn geborenen Diwo nicht, sein jahrzehntelanges Engagement blieb, wie er erzählt, nicht unentdeckt. Josef Diwo ist bei zahlreichen Kongressen weltweit ein gern gesehener Gast und Referent. Nun wurde er von der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Ehrung, bei der er aus den Händen von Saarlands Umweltminister Reinhold Jost eine Urkunde erhielt, fand kürzlich im Rathaus in Siersburg statt. "Ich dachte, es würde ein bisschen ruhiger, doch, wie es aussieht, kommt jetzt noch mehr Arbeit auf mich zu", sagte Josef Diwo am Rande der Ehrung.

Viele Wegbegleiter Diwos, der viele Jahre als Kämmerer die Geschicke der Gemeinde begleitete, waren gekommen, aber auch seine Familie feierte mit ihm diesen besonderen Tag. Mit seinem Projekt "Innehalten - gegen das Artensterben und das Verstummen in der Welt" konnte er die Fachjury überzeugen. "Ich weiß, dass auch einige Professoren ihre Arbeiten eingereicht haben, aber ich hatte wohl das Glück, das richtige Thema ausgewählt zu haben", sagt er und lacht. Dabei geht es ihm, das wird bei seinen Ausführungen schnell klar, nicht um die Auszeichnung, die freut den vielfach ausgezeichneten Preisträger von Umweltpreisen natürlich, doch die Inhalte, die in dem Projekt vereint sind, stehen für ihn im Mittelpunkt.

"Für die UN-Dekade ist es wichtig, dass diese Auszeichnung nicht im stillen Kämmerlein erfolgt, sondern an die Öffentlichkeit dringt. Und das ist auch gut so", betont Martin Silvanus, Bürgermeister von Rehlingen-Siersburg und ist stolz auf Josef Diwo, der seit Jahren mit Nachdrücklichkeit an dem Thema arbeitet und viele dabei mitgenommen hat. Als "Überzeugungstäter" bezeichnet Reinhold Jost den Fürweiler Landwirt, der für ihn ganz klar ein "großer Botschafter der Gemeinde" sei. Durch die Zucht von Moorschnucke und Deutschem Karakulschaf leistet Diwo einen Beitrag zum Erhalt der alten Nutztierrassen. "Unsere Nutzierrassen sind nicht nur wichtig für das Wirtschaften und Überleben der Menschheit, sie sind auch Teil unserer Kultur, unseres Handelns und Denkens", erklärt Diwo. Die Liebe zu den alten Nutztierrassen gibt er an Kinder und Jugendliche weiter, hat bei der Ehrung neben unzähligen Bildern und Plakaten auch einige Videos mit dabei, die ihn inmitten von Kindern bei der Eseltherapie zeigen. "Wir können es gerade noch so schaffen, das Artensterben zu stoppen", sagt Diwo und es sieht fast so aus, als wolle er sich direkt wieder auf den Weg in die Welt machen.