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Initiative will Kindern tödlich verunglückter Mutter helfen

Initiative will Kindern tödlich verunglückter Mutter helfen

Die Geschichte des syrischen Vaters, der seine Kinder nach dem Unfallstod der Mutter wieder sehen will (wir berichteten), hat viele Menschen bewegt. Nun gibt es Hoffnung auf Zusammenführung.

Noch immer wissen die Kinder Cidar (11), Adnan (9), Nergiz (4) und Delchad (3) nichts vom Tod ihrer Mutter. Die 36-jährige Eslaem Mustafa war auf dem Weg zu den Behörden in Damaskus, als sie von einem Bus erfasst wurde. Sie erlag ihren Verletzungen. Die Ausreise nach Deutschland zu ihrem Mann Farhan galt bereits als sicher. Derzeit sind die Kinder notdürftig bei einer Bekannten in Damaskus untergebracht. Ohne seelischen Beistand durch nähere Familienangehörige konnte bisher niemand den Kindern die schwierige Situation erklären.

Die Initiative "Grenzenlos Miteinander" aus Rehlingen-Siersburg arbeitet seitdem fieberhaft an der schnellstmöglichen Zusammenführung von Farhan und seinen Kindern. Aber die Hürden sind hoch.

Die gefährliche und anstrengende Reise führt durch mehrere Länder. Manche der möglichen Routen sind von den verschiedenen Bürgerkriegsparteien stark umkämpft oder vom IS besetzt. Syrische und deutsche Behörden müssen ihre Zustimmung erteilen.

Und es braucht finanzielle Mittel. Für die kleine Gruppe Ehrenamtlicher eine Mammutaufgabe. Die Initiative geht an die Öffentlichkeit. Die traurige Geschichte von Farhan bewegt die Saarländer. "Wir haben viel Unterstützung bekommen", berichtet Andreas Fürst, Sprecher der Gruppe. Eine Rentnerin und ihr Mann backen eifrig Kuchen, verkaufen diese und spenden den Erlös. Jubiliare verzichten auf Geschenke und rufen ihre Gäste zu Spenden auf.

Andere Flüchtlinge in der Gemeinde, die den schweren Weg bereits hinter sich haben, helfen bei der Organisation. Zahllose Telefonate müssen geführt werden, Behörden im In- und Ausland werden eingeschaltet. Das Büro des saarländischen Bundestagsabgeordneten Christian Petry (SPD ) unterstützt die ehrenamtlichen Helfer tatkräftig und stellt einen Kontakt zum Auswärtigen Amt her.

Jetzt müssen eiligst die nötigen Papiere zusammengestellt werden. "Es muss jetzt schnell gehen!", sagt Andreas Fürst. Es sind zahllose Unterlagen nötig, für die Visa und später für den Flug. Diese müssen zum Teil noch ins Arabische übersetzt werden. Ein Notar muss die Echtheit der Dokumente bestätigen. "Wir stehen hier alle ziemlich unter Strom. Unsere Gedanken sind bei den Kindern, wenn diese ihre schwere Fahrt nach Beirut antreten, um dann im Flugzeug festzustellen, dass ihre Mutter nicht mehr bei ihnen ist", sagt Fürst. Trotz der großen Hilfsbereitschaft steht die Finanzierung für die Hilfsaktion noch nicht ganz.

Die Initiative "Grenzenlos Miteinander" bittet weiterhin um Spenden: Kreissparkasse Saarlouis, IBAN DE96 5935 0110 1370 3382 51, Verwendungszweck: "Farhan";

www.grenzenlos-

miteinander.de

Facebook : Gruppe "Hilfe für Farhan"