Hoher Orden für Ehrenamt beim DRK

Rehlingen-Siersburg. Als sie den Brief von Bundespräsident Joachim Gauck in ihrem Briefkasten gefunden hat, musste sie erstmal genau hinsehen, ob er auch wirklich für sie bestimmt war. "Ja, da stand Hedwig Steinhauer drauf, also dachte ich, mach' ich mal auf", erzählt die 81-Jährige kurz vor dem Beginn der Feierstunde

Rehlingen-Siersburg. Als sie den Brief von Bundespräsident Joachim Gauck in ihrem Briefkasten gefunden hat, musste sie erstmal genau hinsehen, ob er auch wirklich für sie bestimmt war. "Ja, da stand Hedwig Steinhauer drauf, also dachte ich, mach' ich mal auf", erzählt die 81-Jährige kurz vor dem Beginn der Feierstunde. Und tatsächlich, auf Vorschlag der Saar-Ministerpräsidentin hatte sie vom Bundespräsidenten die Bundesverdienstmedaille verliehen bekommen.Am Donnerstagabend bekam die Siersburgerin den Orden von Innenministerin Monika Bachmann für ihr jahrzehntelanges Engagement beim DRK überreicht. "Die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht, auch weil die Grundsätze des DRK mir gut gefallen haben", erzählt Steinhauer und fügt an, "man macht es eben einfach."

1958 wurde sie Mitglied im DRK-Siersburg, 1963 bis 1976 war sie Bereitschaftsleiterin für den aktiven Dienst in Siersburg. 1968 gründete sie eine eigene Erste-Hilfe-Station in ihrem Haus und leitete sie bis 1985.

Leiterin der Sozialarbeit

Als Leiterin der Sozialarbeit im DRK-Ortsverein ab 1976 koordinierte sie auch das Angebot Essen auf Rädern und stattete Hausbesuche ab. Mitte der 90er Jahre gründete Steinhauer eine Senioren-Gymnastikgruppe und ist als Seniorenberaterin tätig. Neben diesem ehrenamtlichen Engagement arbeitete sie 20 Jahre in der Altenpflege. "Wir würdigen heute die Lebensleistung eines Menschen, der sich weit über das normale Maß hinaus für andere Menschen engagiert hat", sagte die Innenministerin beim Überreichen des Ordens.

Mit dem Engagement beim DRK hatte sich für Hedwig Steinhauer schließlich ein Jugendtraum erfüllt, der zunächst nicht zu verwirklichen schien. Steinhauer erinnert sich: "Als junges Mädchen wollte ich Hebamme oder Krankenschwester werden, doch als älteste von vier Geschwistern war 1945 an eine Ausbildung nicht zu denken." Die 14-Jährige musste der Familie im Haushalt aushelfen. Erst als sie selbst Familie hatte, erfüllte sich ihr Wunsch, Anderen in Not zu helfen.

Auch Bürgermeister Martin Silvanus würdigte den Einsatz der Siersburgerin: "Der Intention all dessen, was sie tut, liegt die Achtung vor dem Leben zugrunde." Im Vorjahr hatte Steinhauer für ihren ehrenamtlichen Einsatz den Bürgerpreis der SPD-Gemeinderatsfraktion Rehlingen-Siersburg verliehen bekommen.