Hektik in der Amtsstube

Rehlingen-Siersburg. Von acht bis neun Uhr ist die hektischste Stunde im Büro von Christiane Schneider im Erdgeschoss des Siersburger Rathauses. Die Rehlingerin ist Leiterin des Bürgerservices von Rehlingen-Siersburg und speziell zuständig für die Ortspolizeibehörde und das Ordnungsamt. Zunächst beginnt die Lagebesprechung mit ihren beiden Mitarbeitern Reiner Serwe und Ernst Höhn

Rehlingen-Siersburg. Von acht bis neun Uhr ist die hektischste Stunde im Büro von Christiane Schneider im Erdgeschoss des Siersburger Rathauses. Die Rehlingerin ist Leiterin des Bürgerservices von Rehlingen-Siersburg und speziell zuständig für die Ortspolizeibehörde und das Ordnungsamt. Zunächst beginnt die Lagebesprechung mit ihren beiden Mitarbeitern Reiner Serwe und Ernst Höhn. Hier werden die Aufgaben für den Tag verteilt. Die beiden müssen zuerst nach Fremersdorf. Dort soll die Straße eingeschwenkt werden, wie es im Amtsdeutsch heißt. "Die Autos können dann dort nicht mehr einfach durchrasen, sondern fahren in leichten Schlangenlinien durch den Ort", erläutert Christiane Schneider. Während der Baumaßnahmen wird der Verkehr durch eine Baustellenampel kontrolliert. "Meine Mitarbeiter sollen kontrollieren, ob die Wartezeiten an der Ampel aus beiden Richtungen nicht zu lange sind, und ob die Schulbusse dadurch zu sehr aufgehalten werden", erklärt die Chefin. Noch während der Teambesprechung kommt ein Mitarbeiter des Bauhofs ins Büro. Eine Bürgerin hatte einen kaputten Gehweg an ihrem Haus gemeldet. Der Bauhof-Mitarbeiter war vor Ort und hat Fotos gemacht. Doch nun gibt es ein Problem. Schneider: "Es sieht so aus, als ob dieser Schaden vom Hausanschluss kommt." Dann würden Kosten auf die Bürgerin zukommen. "Das muss ich mit der Frau klären", schließt Schneider den Fall fürs Erste ab. Während dieser Stunde werden noch viele Menschen das Büro betreten. Da kommt ein Polizist, der von illegalen Müllablagerungen berichtet, die sich das Ordnungsamt ansehen muss. Oder der Vertreter einer Partei, der eine Sondergenehmigung für einen Infostand auf dem Gehweg vor einem Supermarkt benötigt und auch prompt bekommt. Auch das Telefon steht kaum still. Der Wehrführer der Feuerwehr will den aktuellen Stand der Vorbereitungen für das Feuerwehrfest am Samstag besprechen. Ein Bürger braucht eine Sondergenehmigung zum Adventsmarkt. Freundlich aber bestimmt beantwortet Schneider alle Fragen. Gegen neun kehrt Ruhe ein. Schneider: "Jetzt hat jeder seinen Fahrplan für den Tag." Und die Abteilungsleiterin beginnt mit ihrer Schreibtischarbeit. Bis zum Mittag müssen noch jede Menge Genehmigungen erteilt werden.

HintergrundArbeit ist ein Räderwerk, das niemals still steht. Rund um die Uhr wird irgendwo gearbeitet. Viele Tätigkeiten greifen ineinander, um die Wirtschaft und unser tägliches Leben am Laufen zu halten.Die SZ geht vor Ort zu den Menschen, die Tag und Nacht arbeiten. So entsteht ein Mosaik der Berufswelt in unserer Region rund um die Uhr. Und im Stundentakt: SZ-Journalisten besuchen Männer und Frauen für je eine Stunde an ihren Arbeitsplätzen und berichten darüber. red