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Grundschule
Eltern befürchten Nachteile für die Grundschule Siersburg

Im November 2016 war mit großem Bahnhof der Spatenstich für den Anbau der Grundschule in Siersburg erfolgt. Für den Ausbau zur bilingualen Ganztagsschule musste sie damals unter anderem um ein Bistro für die Schüler erweitert werden. Im hinteren Trakt sind indes Schulräume ungenutzt, dorthin sollen jetzt die Kita-Kinder ausgelagert werden.
Im November 2016 war mit großem Bahnhof der Spatenstich für den Anbau der Grundschule in Siersburg erfolgt. Für den Ausbau zur bilingualen Ganztagsschule musste sie damals unter anderem um ein Bistro für die Schüler erweitert werden. Im hinteren Trakt sind indes Schulräume ungenutzt, dorthin sollen jetzt die Kita-Kinder ausgelagert werden. FOTO: Johannes Bodwing
Siersburg. Von Nicole Bastong

In den beiden Siersburger Kindergärten St. Willibrod und St. Martin ist der Platz so knapp geworden, dass Kindergartengruppen vorübergehend in Räume der Grundschule ausgelagert werden müssen. Großes Interesse brachten die Siersburger Eltern, aber auch Vertreter von Schule und Kindergärten der jüngsten öffentlichen Ratssitzung entgegen. Sie befürchten Einschränkungen für die Schulkinder, aber auch ungeeignete Bedingungen für die Kita-Kinder (die SZ berichtete). Der Beigeordnete Norbert Bettinger sagte in der Sitzung zu, dass die Übergangslösung in den Räumen der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) der Grundschule so kurz wie möglich sein solle. Der Rat hatte beschlossen, zwei Räume umzubauen und ab August mit Kita-Kindern zu belegen, zunächst mit einer Gruppe, möglicherweise bei weiterem Bedarf mit zweien. Die Auslagerung insgesamt soll etwa drei Jahre dauern, so lange nämlich, bis die Kita St. Martin dem stark gestiegenen Bedarf entsprechend ausgebaut sein wird. Der Ratsbeschluss sieht allerdings vor, dass die jetzt beschlossene Auslagerung in die FGTS maximal zwei Jahre dauern soll, laut Bettinger deutlich kürzer.


Denn die Gemeinde sucht mit einer Steuerungsgruppe, der unter anderem Vertreter der Kita- und Schuleltern angehören, eine andere Lösung: So werde die Unterbringung der Kinder in Containern geprüft, außerdem der Ankauf eines privaten Wohnhauses im Umfeld der Schule. Die Nutzung des Vereinshauses Siersburg, die einige Eltern favorisiert hatten, sei aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll, meinte Bettinger.

Einverstanden sind die Eltern trotz Zugeständnissen nicht mit der Lösung: „Wie können Grundschulkinder, die selbst noch auf dem Wege sind, das Lernen zu lernen, zielgerichtet und konzentriert am Unterricht teilnehmen, wenn unmittelbar darunter und neben dem Gebäude bis zu 50 Kindergartenkinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren spielend und zu Recht auch mal tobend ihre freie Entwicklung genießen“, bemängelt Schulelternsprecher Ralf Grein in einer Stellungnahme. Auch die angedachten Lärmschutzmaßnahmen würden keine Abhilfe leisten, wenn bei warmen Wetter die Fenster geöffnet sind, meint er. „Sowohl die Kinder des Kindergartens als auch die Grundschüler haben einen Anspruch auf zumutbare Rahmenbedingungen, die durchaus in einigen Punkten konträr sind.“

Schon in vergangenen Jahren waren stets Kita-Gruppen über Monate in die FGTS ausgelagert. Grein befürchtet dennoch „erhebliche Beeinträchtigungen für die Schüler nach den Ferien“; schließlich seien noch Baumaßnahmen durchzuführen. Die Auflagen für eine längerfristige Nutzung der Schulräume durch die Kita gibt das Jugendamt vor. Wie Bettinger in der Sitzung erklärte, sollen die Arbeiten bis zum Schulbeginn im August abgeschlossen sein.

Es gehe keineswegs darum, Schule und Kindergarten gegeneinander auszuspielen, betont der Elternsprecher: „Probleme des Kindergartens können aber nicht derart gelöst werden, dass gleichzeitig der Grundschule Probleme geschaffen werden.“ Es müsse zusätzlicher Raum geschaffen werden, „auch kurzfristig und temporär“. Dies geht die Gemeinde nun an; Lösungen sollen noch in dieser Woche gefunden werden, hieß es.