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Gemeinderat fordert Abschaltung von Cattenom

Siersburg. "Es soll eine Resolution sein, die wir hier hoffentlich gemeinsam im Gemeinderat beschließen können", sagte SPD-Fraktionschef Michael Altmayer am Mittwoch vergangener Woche im Sitzungssaal des Siersburger Rathauses. Mit diesen Worten leitete er die Forderung nach einer Abschaltung des Atomkraftwerkes Cattenom ein. Der Text sei mit der CDU-Fraktion abgesprochen Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing

Siersburg. "Es soll eine Resolution sein, die wir hier hoffentlich gemeinsam im Gemeinderat beschließen können", sagte SPD-Fraktionschef Michael Altmayer am Mittwoch vergangener Woche im Sitzungssaal des Siersburger Rathauses. Mit diesen Worten leitete er die Forderung nach einer Abschaltung des Atomkraftwerkes Cattenom ein. Der Text sei mit der CDU-Fraktion abgesprochen. Denn "was hier den Rat mehr beschäftigt, als die Atomkraftwerke in Deutschland, das ist Cattenom."


CDU und SPD einig

Die CDU unterstütze ausdrücklich, was Altmayer dargestellt habe, sagte der Fraktionsvorsitzende Manfred Kelm. Denn keine Versicherung nehme das Risiko auf sich, ein Atomkraftwerk zu versichern. Nicht mal solche, die sonst sogar Stürme und andere Naturkatastrophen versicherten.



"Dieses Atomkraftwerk gehört abgeschaltet", sagte Kelm über Cattenom. "Das will keiner mehr. Lasst uns da gemeinsam dagegen sein." Für eine Abschaltung sprach sich auch der parteilose Jürgen Faßbender aus. Mit einstimmigem Beschluss fordert der Rat der Gemeinde Rehlingen-Siersburg die sofortige Abschaltung des AKW Cattenom. Vor allem die Nähe dieser Anlage zur Gemeinde "erfüllt uns mit Sorge", heißt es in der Resolution. Zahlreiche Störfälle seien bekannt, alleine mehr als 60 in den vergangenen beiden Jahren.

Verzicht auf Atomstrom

Und seit Bestehen von Cattenom habe es rund 750 sicherheitsrelevante Ereignisse gegeben. In Cattenom sollten die gleichen Sicherheitsstandards wie für die stillgelegten Altkraftwerke in Deutschland angewendet werden, verlangt der Rat. Den Bürgern empfiehlt er, durch Verzicht auf Atomstrom diese Forderungen zu unterstützen.