Gaukler, Spielleute und kämpfende Ritter

Siersburg. Und noch einmal stehen die Niedergestreckten auf. Nass geschwitzt und schwer atmend geht es in die nächste Schlacht um die Siersburg, während Zuschauer gebannt in weitem Kreis um den alten Burggraben stehen. Schwerter klirren, Männer in Kettenhemden prallen mit ihren Schilden gegeneinander, bis nur noch eine Hand voll Recken aufrecht steht

Siersburg. Und noch einmal stehen die Niedergestreckten auf. Nass geschwitzt und schwer atmend geht es in die nächste Schlacht um die Siersburg, während Zuschauer gebannt in weitem Kreis um den alten Burggraben stehen. Schwerter klirren, Männer in Kettenhemden prallen mit ihren Schilden gegeneinander, bis nur noch eine Hand voll Recken aufrecht steht.Mit Blick übers LandViel Volk lockten die 6. Mittelaltertage am Wochenende auf die Siersburg. Wer da später kam, hatte nach der Parkplatzsuche lange Anmarschwege vor sich. Doch die Besucher scheuten auch nicht Aufstieg und Schlangestehen an der Kasse. "Wir sind gerade erst den Weg hoch gekommen", sagte ein älteres Ehepaar am Zugang zum Burgturm. "Wenn wir jetzt da noch hochgehen, sind wir erst mal fertig." Im Turm gab es Funde von der Siersburg zu sehen, mehr noch lockte aber der weite Blick von hoch oben übers Land. Den musikalischen Hintergrund schufen Spielleute mit Dudelsack, Laute und Trommel. In der Straße der Händler und Handwerker ging es zwischen luftigen Zelten von der Schneyderey zum Schmied, zum Hornschnitzer und Schwertverkäufer. Wundersame Salben gab es, Namensdeuter und Met. Nicht alles war absolut stilecht. Was zum Beispiel das "Café Zum Schwert" in einem Pott Kaffee heiß und belebend anbot, kannten die alten Ritter noch nicht. Kaffee kam erst etwa in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in unsere Region. Ebenso wenig gab es damals Gaukler, die per Mikrofon die wackeren Streiter in den Zweikampf schickten. Doch absolut authentisch sollen die Siersburger Mittelaltertage auch gar nicht sein. "Das ist als Familienfest gedacht", erklärte Bernd Berretz von der "Freien Ritterschaft zu Siersberg". Dafür legen sie sich alljährlich zusammen mit Heimat- und Verkehrsverein Siersburg sowie der Gemeinde ins Zeug.Feuriges Spektakel Los ging es am Freitag mit einem großen Kinderfest auf der Burg (wir berichteten). Nach Regen am Abend sahen noch um die 200 Besucher das feurige Spektakel der "Societas Draconis". Der Samstag sei richtig passend gewesen, bei 22 Grad und gutem Wetter, am Sonntag wurde es "fast schon ein bisschen zu heiß". Schattige Plätze waren da bei Besuchern ebenso begehrt wie beim ritterlichen Volk. Auf langen Bankreihen wurde verzehrt, was Wams und Leben zusammenhält, vom Spanferkel bis zum Haferkeks und allerlei kühles Getränk.

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