Ganz viel Wald in der Gemeinde

Mit rund 930 Hektar reiner Waldfläche ist Rehlingen-Siersburg eine der waldreichsten Gemeinden im Saarland. Im Gemeinderat wurde als Bestandsaufnahme nun ein neues Waldkataster vorgestellt.

Nach dem Landeswaldgesetz müssen für gemeindeeigenen Wald periodische Betriebspläne oder jährliche Wirtschaftspläne erstellt werden. Die Gemeinde Rehlingen-Siersburg ist mit rund 930 Hektar reiner Waldfläche eine der waldreichsten Gemeinden im Saarland. Ein neues Forsteinrichtungswerk für die nächsten zehn Jahre hat der Gemeinderat nun in seiner jüngsten Sitzung einstimmig abgesegnet. Das umfassende Waldkataster, eine Art "Bestandsaufnahme" des Gemeindewaldes mit einem Wirtschaftsplan, wie Bürgermeister Martin Silvanus erklärte, erstellte im Auftrag der Gemeinde die Fagus Forstplanung GbR, die das Werk dem Rat vorstellte. Darin werden zum Beispiel Baumarten und Altersklassenverteilung erfasst, Flächenzu- und abgänge sowie der Hiebsatz für die kommenden zehn Jahre geplant. Auch eine Waldbiotopkartierung ist Bestandteil.

Auf den rund 930 Hektar Gemeindewald wachsen demnach zu 86 Prozent Laubbäume , Nadelbäume machen einen geringen Anteil aus. Unter letzteren ist insbesondere der Bestand an Fichten deutlich zurückgegangen, in den vergangenen 20 Jahren um die Hälfte. Das sei vor allem auf Schädlinge zurückzuführen.

Für die kommenden Jahre ist ein weiterer Holzvorratsaufbau geplant, bei gleichzeitiger Nutzung der Bestände. Der Einschlag, also der so genannte Hiebsatz, liegt nach dem Werk bei 5,8 Erntefestmeter pro Jahr und Hektar. Pro Jahr könne das der Gemeinde rund 210 000 Euro Umsatzerlös erbringen.

Kein Kahlschlag seit 30 Jahren

Die Forstplanung und Holzwirtschaft der Gemeinde sei dem Forsteinrichtungswerk zufolge eine gute, fasste Silvanus zusammen. Auch die Fraktionen zeigten sich zufrieden. Manfred Kelm, CDU , merkte lediglich an, der Bürger müsse mehr auf Einschläge aufmerksam gemacht werden, da die Ratsmitglieder häufig Fragen aus der Bevölkerung zu aktuellen Waldarbeiten erreichten. Silvanus entgegnete, einen echten "Kahlschlag" habe es im Gemeindewald seit über 30 Jahren nicht gegeben, "da waren wir Vorreiter". Ankündigungen größerer Arbeiten gebe es im Amtsblatt, das wie er einräumte, aber leider nicht von allen Bürgern gelesen werde. In der Veranstaltungsreihe "Dem Förster über die Schulter schauen" hätten Einwohner zudem Gelegenheit, sich über den Gemeindewald zu informieren.