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Fußballstar verblüfft bei der Kinder-Uni und lässt sich verblüffen

Fußballstar verblüfft bei der Kinder-Uni und lässt sich verblüffen

Siersburg. Stolz dozierte Stefan Kuntz über Zuschauerzahlen, Dauerkartenverkauf und Einschaltquoten des 1. FC Kaiserslautern. Schließlich ist der frühere Fußballnationalspieler heute Vorstandsvorsitzender des Traditionsvereins

Siersburg. Stolz dozierte Stefan Kuntz über Zuschauerzahlen, Dauerkartenverkauf und Einschaltquoten des 1. FC Kaiserslautern. Schließlich ist der frühere Fußballnationalspieler heute Vorstandsvorsitzender des Traditionsvereins. Doch bei der Kinder-Uni am Fastnachtsdienstag referierte er vor halbleeren Rängen, konkurrierte seine Vorlesung doch mit Ferien, Kinderkarneval und dem ersten Sonnentag seit Wochen. Dass die Organisatoren der Gemeinde, Gerhard Müller und Friedhelm Neuendorf, es dennoch auf 50 Jüngststudenten brachten, zeugt davon, dass sie sonst an die 100 Kinder begrüßen können zu dem Winterpendant ihres Sommerferienprogramms. "Wir hatten im Sommer festgestellt, dass die Angebote, bei denen Wissen vermittelt wird, am beliebtesten sind", erzählten die Initiatoren. Und auch Kuntz verstand es dann, sich auf die 8- bis 13-Jährigen einzulassen, die noch nicht geboren waren, als er Europameister wurde.

Er erzählte, dass er in Wien in die erste Klasse gegangen ist, weil sein Vater Günter Kuntz nach seiner Bundesliga-Zeit bei Borussia Neunkirchen zu Austria Wien wechselte. Er überraschte damit, dass er entdeckt wurde, als ein Talentsucher eigentlich seinen Gegenspieler beobachtete, er gegen den aber drei Tore erzielen konnte. Kuntz (Foto: dpa) imponierte damit, dass der FCK Jugendspieler mit einem Fahrservice von zu Hause abholt, und lieferte bei seinem Bericht von der Rindenmulchbahn für fußschonendes Laufen im Trainingszentrum gleich noch eine Erklärung mit, was Rindenmulch ist. Anschaulich machte er, dass die Profis nach einer Niederlage im Mannschaftsbus das Video vom Spiel ansehen. "Wenn Ihr in Mathe eine Fünf geschrieben habt und noch einmal alles durchgehen müsst, warum", sagte Kuntz, "da gibt es Schöneres. Deshalb gewinnen unsere Jungs zurzeit immer …" Der Starkicker warnte auch: "Fußballprofis haben einen Nachteil, da muss man in einem Alter aufhören, in dem es in anderen Berufen erst richtig losgeht." Und nach 45 Minuten Fußball-Lehre wunderte es ihn auch nicht mehr, dass die ersten Kinderfragen waren: "Warum hast Du vorher Polizist gelernt?" Und: "Hast Du da auch einen Hubschrauber-Führerschein gemacht?"

Letzte Vorlesung ist am 23. März zur Welt der Insekten.