Erweiterung des Kindergartens St. Martin Siersburg

Kita Siersburg : Erweiterungsbau ist jetzt auf dem Weg

Nach teils schwierigen Verhandlungen mit dem Bistum Trier steht nun der geplanten Erweiterung des Kindergartens St. Martin Siersburg nichts mehr im Wege.

Nachdem die Gemeinde Rehlingen-Siersburg im vergangenen Jahr verschiedene Erweiterungsvarianten überdacht und wieder verworfen hatte – unter anderem war eine Aufstockung des bestehenden Gebäudes in der Straße Am Kirchhof in Siersburg Teil der Überlegungen – hat man sich nun darauf geeinigt, dass die Erweiterung des Kindergartens als eingeschossigen Anbau erfolgen soll. Dieser Anbau soll auf gemeindeeigenen Grundstücken auf Teilen der Straße Am Kirchhof und des daneben verlaufenden Grünstreifens zum Friedhof hin erfolgen.

Dabei wird die Gemeinde Rehlingen-Siersburg Bauträger für den Erweiterungsbau. Bestandsträger, also Betreiber soll weiterhin die Kirchengemeinde St. Martin Siersburg in Form der Kita gGmbh bleiben. Darüber hinaus ist ein Verbindungsbau vom jetzigen Eingang zu dem neuen Erweiterungsbau geplant. Wie genau dieser aussehen soll, soll nun von einem Architekturbüro geplant werden. Ein entsprechender Beschluss erfolgte Ende Dezember im Gemeinderat, nachdem sich bereits der zuständige Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und soziale Angelegenheiten im Oktober mit dem Thema befasst hatte.

Geplant ist eine Erweiterung um zwei, eventuell auch drei Gruppen. Als Lösung wird derzeit eine so genannte Modul-Bauweise bevorzugt. Dabei handelt es sich um modern ausgestattete Baumodule, die später sowohl innen als auch außen nicht von einem normalen Flachbau zu unterscheiden sind. Ein Vorteil sei dabei eine gewisse Flexibilität, was mögliche spätere Erweiterungen angehe, sagte Ortsvorsteher Reinhold Jost bei einem gemeinsamen Ortstermin mit Bürgermeister Ralf Collmann.

Derzeit sind im Kindergarten St. Martin 63 Kinder untergebracht, darunter auch Krippenkinder. Eine Gruppe von 23 Kindern ist derzeit in der nahegelegenen Grundschule ausgegliedert (wir berichteten). Durch den nun geplanten Erweiterungsbau werde sich deren Ausquartierung bis zum Abschluss des Erweiterungsbaus verlängern. Den werde man nun natürlich so schnell wie möglich vorantreiben, sagte Collmann. Hier erwarten aber Ortsvorsteher und Verwaltungschef keine Probleme. Die Kinder fühlten sich in ihrem Quartier in der Grundschule wohl. Probleme gebe es nicht. Damit weiche man zwar von der ursprünglichen Planung ab, die eine so lange Auslagerung der Gruppe nicht vorgesehen hatte. Die neue Planung sei jedoch damals in der Form nicht absehbar gewesen und mit der jetzigen Lösung, sei das Problem damit ein für alle Mal erledigt.

Vorausgegangen waren schwierige Verhandlungen mit dem Bistum, die Reinhold Jost nun federführend zu einem für die Gemeinde, wie die Verwaltung mitteilt, „annehmbaren beziehungsweise erfüllbaren“ Ergebnis geführt hat. Dabei musste die Gemeinde durchaus ein paar Kröten schlucken. Unter anderem ist die sie Bauträger, trägt also die Kosten des Erweiterungsbaus, während die Kita gGmbH, also die Kirchengemeinde, Betriebsträger im Erweiterungsbau und dem Bestandskindergarten bleibt.

Die noch nicht feststehenden Baukosten teilen sich damit anteilig das Land mit 40 Prozent sowie der Landkreis und die Gemeinde mit jeweils 30 Prozent. Außerdem hat man sich darauf geeinigt, dass Bistum, Kirche und Kita gGmbH von den Betriebskosten des Neubaus freigestellt sind. Ebenfalls Bestandteil der Vereinbarung ist die Verpflichtung der Gemeinde zum Rückbau des Neubaus und zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes, auch der Straße Am Kirchhof, falls das Gebäude irgendwann in der Zukunft nicht mehr als Kindertagesstätte genutzt werden sollte.

Auf Wunsch der Kirchengemeinde kann der Neubau alternativ auch für eine eventuelle kirchliche Nachnutzung zur Verfügung gestellt werden. Gleiches gilt für den Verbindungsbau zwischen Neubau und Bestandsgebäude. Darüber hinaus soll eine noch nicht näher definierte Vereinbarung hinsichtlich notwendiger Umbaumaßnahmen im Bestand getroffen werden, „welche ein größtmögliches Entgegenkommen seitens der Zivilgemeinde gegenüber dem Betriebsträger“ vorsehe, hieß es in der Beschlussvorlage des Gemeinderates vom Dezember 2018.

Schließlich verpflichtet sich die Zivilgemeinde bezüglich des Außengeländes zur finanziellen Absicherung im Falle einer Sanierung der Anlage und der Spielgeräte einen Kostenanteil entsprechend der Nutzung beizutragen. Kurz gesagt: Die Zivilgemeinde bezahlt den Erweiterungsbau und die zukünftig anfallenden Betriebskosten, während die Kirche alleiniger Betreiber der Einrichtung bleibt.

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