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Schulprojekt
Das Essen ist immer ein Projekt wert

Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 a stellten mit Studentinnen der Uni Trier die Ergebnisse ihres Nachhaltigkeitsprojektes „Perle“ Umweltminister Reinhold Jost und Landrat Patrik Lauer (Dritter und Zweiter von rechts) vor.
Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 a stellten mit Studentinnen der Uni Trier die Ergebnisse ihres Nachhaltigkeitsprojektes „Perle“ Umweltminister Reinhold Jost und Landrat Patrik Lauer (Dritter und Zweiter von rechts) vor. FOTO: Carolin Merkel
Rehlingen. „Perle“ heißt ein Projekt des Zentrums für Lehrerbildung an der Universität Trier. Es geht ums Essen Zwei Schülergruppen in Rehlingen machen mit. Von Carolin Merkel

„Manchmal werfen wir zu Hause schon mal Lebensmittel weg“, bekannte Lara, Schülerin der Lothar-Kahn-Schule Rehlingen. Doch das will sie jetzt ändern. Denn sie hat im Rahmen des Nachhaltigkeitsprojektes „Perle“ (Potenziale entdecken & Leadership entwickeln) des Zentrums für Lehrerbildung an der Universität Trier das System des Food-Sharing kennengelernt. In den Kühlschrank im schuleigenen Bistro, erklärte die Sechstklässlerin, können Lebensmittel, die jemand nicht mehr braucht, hineingestellt werden, jemand anders kann sie dann dort entnehmen. Wichtig dabei sei es, Regeln, wie etwa die Kennzeichnung mit den Inhaltsstoffen, zu beachten. Neben dem Kühlschrank gibt es noch einen weiteren „Fairteiler“ im Bistro: Hier kann gelagert und getauscht werden, was nicht in die Kühlung muss. Vielleicht liegen schon bald Kräuter, Beeren oder Karotten in den Holzregalen.


Gleich zwei Gruppen haben sich in den vergangenen vier Monaten mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt und Ideen für den Schulgarten entwickelt. „Ich weiß noch nicht viel vom Gemüseanbau, doch ich freue mich, wenn es im Frühling losgeht“, erzählte Yannic. Genau wie bei Klassenkameradin Angelina, die in der Gruppe Obstanbau aktiv ist, sind die heimischen Gärten der Schüler eher von Wiesen geprägt, Obst und Gemüse spielen kaum eine Rolle. „Wir hoffen, dass wir so viel ernten können, dass wir es ans Bistro weitergeben können“, sagt Angelina.

Mit ihrem Bestreben helfen die Schüler zudem auch, so viel Müll wie möglich zu vermeiden. Und sollte doch mal etwas in den Abfall geworfen werden, dann, auch das zeigte eine Gruppe bei der Projektpräsentation, dann in den richtigen Behälter. Für alle Schüler gab es ein Merkblatt zur Mülltrennung. Auch Umweltminister Reinhold Jost und Landrat Patrik Lauer bekamen ein Plakat, das sie künftig an die richtige Entsorgung erinnern soll. Beide zeigte sich gleichermaßen begeistert von dem Engagement, das die Schüler an den Tag gelegt hatten. „Lernen durch Engagement“, erklärte Lisa Kluthe, Studentin der Uni Trier und mit vier Kommilitoninnen für die Durchführung des Projektes in Rehlingen verantwortlich, steht im Mittelpunkt des Projektes. Im naturwissenschaftlichen Unterricht beschäftigte sich die Klasse seit August mit dem Thema Nachhaltigkeit. „Wir haben nur sehr wenig vorgegeben, vielmehr sollten die Kinder ihre eigenen Ideen entwickeln“, erklärte Sarah Oesch.



Ausprobieren, Erfahrungen sammeln, das stand für die Schüler, aber auch die Lehramtsstudenten gleichermaßen auf dem Programm. Herausgekommen sind neben dem „Fairteiler“ auch informative Plakate der einzelnen Projektgruppe, die auch ein Umdenken bei den Schülern bewirkt haben. „Zum einen feiern wir heute den Abschluss eines erfolgreichen Projektes, zum anderen aber ist das erst der Beginn für unsere Schule, in der sich etwas Neues entwickelt“, brachte es Schulleiter Friedrich Müller auf den Punkt. Besonders gefreut, erklärte Oesch, habe die Kinder, dass ihr Account bei Twitter und Instagram vom Umweltministerium gefolgt wurde. Denn das Projekt wurde von Anfang an digital vernetzt - auch das, so Oesch, sei ein Ansporn für die Schüler gewesen, sich besonders anzustrengen.