70 Jahre Freier SZ-Mitarbeiter : Glückwunsch zum Neunzigsten, rl!

Erhard Grein, dienstältester Mitarbeiter der Saarbrücker Zeitung, lebt in Siersburg.

Sieben Neuntel. Einen so großen Anteil seines Lebens für ein Unternehmen aktiv? Das kann wohl kaum einer von sich sagen. Der Siersburger Erhard Grein kann es. Er feiert an diesem Samstag 90. Geburtstag und 90 ereignisreiche Jahre. 70 davon ist er in seinem Heimatort, in der Gemeinde und weit darüber hinaus auch unter seinem Redaktionskürzel „rl“ bekannt. Er schreibt seit Oktober 1948 für die Saarbrücker Zeitung.

Geboren wurde Erhard Grein am 2. März 1929 als drittes von acht Kindern in Büren, das 1937 mit Itzbach und Siersdorf zu Siersburg vereint wurde. Beruflich ging Grein seinen Weg bei der Verwaltung, bei der er 1994 als Gemeinde-Oberamtsrat pensioniert wurde. Verheiratet war er mit der Bürenerin Maria Fritz, die 1997 starb. Er hat zwei Söhne.

In seiner Chronik vermerkt Grein unter dem Zwischentitel „Vereins- und Verbandstätigkeiten“ nicht weniger als 27 Positionen von der Freiwilligen Feuerwehr über den Heimat- und Verkehrsverein, den er 1950 mit gründete, und viele Feste und Veranstaltungen, die er mit seinen Mitstreitern etablierte, bis zu überparteilichen kommunalpolitischen Engagements und vielen Vereinsmitgliedschaften. Letztere selbstverständlich nicht als lediglich zahlendes Mitglied, sondern in (Vorstands-)Positionen als Schaffer. Er ist Ehrenmitglied in vielen Vereinen und Verbänden. Dieses vielfältige Engagement belohnten unter anderen sowohl SPD als auch CDU mit Bürgerpreisen und die Bundesrepublik mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens 1997 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog verliehen und von Innenminister Friedel Läpple überreicht.

Und woher hat er dann noch die Zeit genommen, sich unter voller Autorennennung oder in den unzähligen Nachrichten, die ein Autorenkürzel erhalten, als Berichterstatter für die Saarbrücker Zeitung auszuzeichnen? „rl“, wie sein Kürzel lautet, begann unter Theo Plettenberg seine freie Mitarbeit, die er nur kurz während der Auseinandersetzungen um die Volksbefragung zum Europa-Statut des Saarlandes 1955 unterbrach. Das Kürzel „rl“ ist eine Reminiszenz an seinen Onkel Karl.

„Die Saarbrücker Zeitung ist Teil meines Lebens“, sagt Grein. Schon als Zeitungsausträger, seit er 13 Jahre alt war, hatte er davon geträumt, für die Zeitung zu schreiben. Zum Glück für ihn wurde der Traum wahr. Auch zum Glück der Redaktionsleiter und Teams, für die er arbeitete – und nicht zuletzt für seine Leser. Gut für alle zu wissen: Ans Aufhören denkt Erhard Grein „noch lange nicht“. Seine Autorenzeile und sein Kürzel bleiben uns also erhalten. Herzlichen Glückwunsch!