| 20:39 Uhr

Ehrung
Ein Vierteljahrhundert im Ehrenamt

Ewald Theobald wurde für 25 Jahre Schiedmanntätigkeit in Hemmersdorf geehrt.
Ewald Theobald wurde für 25 Jahre Schiedmanntätigkeit in Hemmersdorf geehrt. FOTO: Carolin Merkel
Siersburg/Überherrn. Für 25 Jahre als Schiedsmänner wurden Ewald Theobald aus Hemmersdorf und Walter Grube aus Neuforweiler geehrt. Von Carolin Merkel

Eine Ehrung für 25 Jahre Tätigkeit als Schiedsmann, erklärte Bernd Weber vom Justizministerium, sei eine schöne Gelegenheit, einmal aus der Amtsstube hinauszukommen. Allzu oft, sagte er, komme eine solche Ehrung nicht vor. Etwa vier bis sechs Schiedsleute erreichen saarlandweit pro Jahr diese lange Amtszeit. Dass ausgerechnet zwei Schiedsmänner aus dem Landkreis Saarlouis gleich an zwei Tagen hintereinander geehrt wurden, sei da schon ein überaus glücklicher Zufall.


Im Siersburger Rathaus wurde die Ehrung durch das saarländische Justizministerium dem Hemmersdorfer Amtsinhaber Ewald Theobald zuteil. „Ich wurde damals vom Ortsvorsteher angesprochen und ein solches Ehrenamt darf man ja nicht ablehnen“, erinnerte sich der 1954 geborene Theobald, der im Zivilberuf beim Bundeszentralamt für Steuern beschäftigt ist. Noch lebendige Erinnerungen hat er an seinen ersten Fall vor 25 Jahren. „Beide Parteien sind mittlerweile verstorben. Es ging um einen Jagdschaden und am Ende hat sich herausgestellt, dass beide Seiten schon einmal als Wilddiebe eingesessen haben“, erzählte er. Nachbarschaftsstreitigkeiten, darunter auch Beleidigungen sind eine der Hauptaufgaben eines Schiedsmannes. Insgesamt, so zeigt es seine Statistik, hat er in seiner Amtszeit, die er für weitere fünf Jahre antritt, 37 Fälle auf dem Tisch gehabt. Die, so weiß Weber, sind aber meist nicht mit einem Gespräch abgehandelt, vielmehr gehe es gerade im Bereich der Nachbarschaftsstreitigkeiten sehr vielschichtig zu. Der Erfolg, betont Theobald hänge dabei immer davon ab, wie die Leute den Schiedsmann akzeptieren. „Eine Schiedsperson muss Ruhe und Autorität ausstrahlen, zudem gut zuhören können. Die Leute wollen reden, darum ist eine gewisse Leidensfähigkeit ebenfalls von Vorteil“, fasste Weber zusammen.

Großes Lob gab es im Rahmen der kleinen Feierstunde von Bürgermeister Martin Silvanus. Theobald sorge nicht nur dafür, dass die Zivilgerichte entlastet werden, sondern sorge in der Gemeinde auch dafür, dass sich die streitenden Parteien nicht als Gewinner oder Verlierer sehen und so ein innergemeindlicher Friede entstehe.



Diese wertvolle Tätigkeit über 25 Jahre, die viel Fingerspitzengefühl verlangt, wurde auch im Rathaus in Überherrn ausgezeichnet. Hier engagiert sich Walter Grube, Jahrgang 1950, in diesem Ehrenamt. Auch er wurde damals angesprochen und lehnte das Amt nicht ab, wie er erklärte. Heute, ein Vierteljahrhundert später, blickt Grube, der sich zudem im Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen im Vorstand engagiert, auf 77 Fälle zurück.

Walter Grube ist für die Schiedsbezirke Altforweiler und Berus zuständig, konnte nicht alle Fälle zur Einigkeit bringen, aber, wie er erklärte, oftmals Hilfestellung geben. Neben den offiziell registrierten Fällen, erklärte Weber vom Ministerium, werden mittlerweile auch die so genannten „Tür und Angel“ Fälle aufgezeichnet. Und hier, das betonten beide Jubilare, kommt ganz schön viel Arbeit zusammen. Auch Walter Grube steht für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung.

Walter Grube wurde für 25 Jahre Schiedsmanndasein in Neuforweiler und Berus geehrt.
Walter Grube wurde für 25 Jahre Schiedsmanndasein in Neuforweiler und Berus geehrt. FOTO: Carolin Merkel