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| 20:37 Uhr

Reittherapie
Ein Filmstar lässt Kinderaugen glänzen

Colline reitet stolz auf Larimar, dem sanftmütigen Star aus den Wendy-Filmen, geführt von Besitzerin  Svea Wrangelheim aus Hemmersdorf.
Colline reitet stolz auf Larimar, dem sanftmütigen Star aus den Wendy-Filmen, geführt von Besitzerin  Svea Wrangelheim aus Hemmersdorf. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Hemmersdorf. Geschwister von schwer erkrankten Kindern leiden mit. In Hemmersdorf konnten sie die Sorgen mal vergessen. Von Carolin Merkel

Für ausgemachte Pferdefans zwischen sechs und 16 Jahren zählen die Wendy-Filme im Kino sicherlich zu den absoluten Pflichtveranstaltungen. Auch Julia, sechs Jahre, aus Schiffweiler sowie die beiden zehn Jahre alten Mädchen Colline aus Limbach und Ruslana aus Homburg haben die Filme schon gesehen – und mit der Scheckstute Dixi mitgefiebert.

Einem solchen tierischen Helden einmal ganz nah zu kommen, dieser Traum erfüllte sich am Freitagnachmittag für insgesamt neun Kinder, die sich bei Beate Leonard-Kaul, Teamleiterin des Kinder-Hospizdiensts Saar, angemeldet hatten. Das Geschwisterangebot, erklärte die Teamleiterin, richte sich an Kinder, die aufgrund einer schweren Erkrankung in der Familie oft zu kurz kommen und mit ihren eigenen Bedürfnissen hinten angestehen müssen. Gerade beim Umgang mit Tieren, das weiß Leonard-Kaul, aus Erfahrung, könnten die Kinder ihre Sorgen vergessen und ein paar befreite Stunden genießen.

Dieses Wissen teilt Leonard-Kaul mit Steffi Schöfisch, Reittherapeutin  aus Hemmersdorf. Sie hat ihre Pferde in unmittelbarer Nachbarschaft zur idyllisch gelegenen Wackenmühle stehen. Darunter ist auch Nevill, ein Pferd, das sie bei einer mittlerweile sehr bekannten Pferdebesitzerin gekauft hat: Svea Wrangelheim. Ihr gehört der Wallach Larimar, der im Film die berühmte Scheckstute Dixi „spielt“.

Erste Filmerfahrung durfte das Team bereits bei den Filmen „Ostwind“ sammeln, bei „Wendy“ steht der Wallach allein vor der Kamera. All das, verrät Wrangelheim, habe sich eher zufällig entwickelt, die Filmkarriere kam unverhofft, mache beiden aber viel Spaß „Vor allem das große Vertrauen und die Intelligenz, die ihn auszeichnen, haben uns dabei geholfen“, sagt sie.

Flecken wie im Film, die sucht man bei dem cremefarbenen Wallach, der im wahren Leben auf den Namen Larimar hört, vergebens – doch sein schauspielerisches Talent, das kann er nicht verbergen. Schon beim ersten Kontakt mit den Kindern am Freitag zeigte er sich sehr aufgeschlossen. Ein echtes „Kinderpferd“, wie seine Besitzerin betonte.

„Ich durfte bei den Filmaufnahmen mehrfach dabei sein, habe Svea unterstützt und kam dann schließlich auf die Idee, mit unseren Pferden etwa Gutes zu tun“, erzählte Steffi Schöfisch. Sie arbeitet im Alltag therapeutisch mit kranken und behinderten Kindern, kennt die Wirkung von Pferden auf die Menschen. Schöfisch musste nicht lange überlegen, fragte den Kinder-Hospizdienst-Saar an und stieß sofort auf offene Türen. „Wir freuen uns immer, wenn wir eingeladen werden. Solche Angebote werden nicht finanziert, umso glücklicher bin ich heute, dass die Kinder die Gelegenheit haben, das berühmte Pferd hautnah kennenzulernen“, sagte Leonard-Kaul.

Aktuell, erzählte sie, betreut der Hospizdienst im Saarland 165 Familien. „Das geht nur mit ganz viel Ehrenamt und zahlreichen Spenden“, betont die Teamleiterin. Sie selbst hatte sich – wie wohl alle Teilnehmer der Aktion am Freitag – sofort „schockverliebt“ in Larimar. Die erste glückliche Reiterin auf Dixi alias Larimar war Colline, die schon mit dem Rücken eines Pferdes vertraut war. Aber auch Ruslana, die zum ersten Mal in den Sattel stieg, zeigte gleich, wie viel Freude das Reiten machen kann.