Die Last mit dem Gepäck

Unser Leben ist eine ständige Veränderung. Besonders deutlich wird einem dieser Umstand auf Reisen. Man wechselt nicht nur seinen Standort, sondern öfters auch seine Standpunkte, wird durch neue Bekanntschaften und Erfahrungen herausgefordert und verwandelt

Unser Leben ist eine ständige Veränderung. Besonders deutlich wird einem dieser Umstand auf Reisen. Man wechselt nicht nur seinen Standort, sondern öfters auch seine Standpunkte, wird durch neue Bekanntschaften und Erfahrungen herausgefordert und verwandelt. Das monatelange Leben aus dem Rucksack und das Umherziehen in Australien hinterlässt in vielerlei Hinsicht seine Spuren - sogar bei unserem Hab und Gut. Obwohl Larissa und ich nicht viele Sachen besitzen, gehen selbst diese wenigen andauernd verloren oder kaputt. Die verschiedensten Kleidungsstücke, Handtücher, Schlüssel, Taschenlampen, Geschirr . . . wir verstreuen sie im ganzen Land. Und die Liste der zerstörten elektronischen Apparate verlängert sich auch stetig. Leider schleppen wir trotzdem genau so schwer an unserem Gepäck, da immer etwas Neues hinzukommt, man kann sich gar nicht dagegen wehren. Das gegenseitige Schenken von Kleidern, Essen und Gebrauchsgegenständen ist unter Backpackern auch weit verbreitet; jeder hat irgendetwas, das er weitergeben kann. Teilen ist quasi das Überlebensprinzip. Larissa und ich begeben uns jetzt auf den letzten Teil unserer Reise, denn wir verfügen wieder über ausreichende finanzielle Mittel, um den Orangen und Kürbissen von Griffith entfliehen zu können! Bald beginnen wir unseren Roadtrip über tausende von Kilometern entlang der wilden, einsamen Westküste. Wir können es kaum erwarten . . .Carmen Altmeyer aus Siersburg (Foto: hj) ist 18 Jahre alt und schon eine Weltenbummlerin. Gerade aus Bolivien zurück, packte sie Ende Februar ihre Sachen für Australien. Am 1. März flog sie ans andere Ende der Welt, wo sie ein halbes Jahr lebt und arbeitet. Wie es ihr dort ergeht, schreibt sie der SZ in vielen E-Mails. Heute erzählt sie von ihrer Arbeit in Griffith.