Das Lazarett lichtet sich

Der FSV Hemmersdorf hat rabenschwarze Wochen in der Fußball-Saarlandliga hinter sich. Vor allem wegen großer personeller Probleme rutschte der FSV auf den vorletzten Tabellenplatz ab. Vor dem Kellerduell gegen Riegelsberg hat sich das Lazarett jedoch gelichtet.

"So etwas wie in dieser Saison habe ich in 20 Jahren Fußball noch nicht erlebt", stöhnt Oliver Hirschauer, Spielertrainer des Fußball-Saarlandligisten FSV Hemmersdorf . Was der 38-Jährige damit meint, ist das enorme Verletzungspech, das seine Mannschaft in der Hinrunde dieser Saison begleitete. Und das dafür sorgte, dass die Rot-Weißen nach einem starken Saisonstart (neun Punkte aus den ersten fünf Spielen) mittlerweile auf den vorletzten Tabellenplatz zurückgefallen sind. Nur noch magere acht Zähler kamen in den zwölf weiteren Saisonbegegnungen hinzu. Seinen letzten Sieg feierte der FSV am 26. September (5:3 gegen den 1. FC Reimsbach). Lang, lang ist's her.

"Vor allem in den letzten Wochen fehlten immer fünf bis acht Akteure. Das konnten wir nicht kompensieren", erklärt Trainer Hirschauer. Auf drei seiner Spieler muss der Übungsleiter künftig sogar komplett verzichten. Pascal Theis hat wegen eines Knorpelschadens im Knie komplett mit dem Fußball aufgehört. Clemens Mohr legt wegen seines Studiums eine Pause ein. Aus demselben Grund steht auch Neuzugang Robin Kelkel nicht mehr zur Verfügung.

Hinzu fielen viele Schlüsselspieler aus: Abwehrchef Andreas Enzweiler hat wegen einer Schambeinverletzung noch kein Saisonspiel absolviert. Der Saarlandliga-Torschützenkönig der Vorsaison, Emrah Avan, ist seit Anfang November wegen einer Adduktoren-Verletzung nicht mehr im Einsatz. "Auch vorher war Emrah schon nicht richtig fit. Er hat sich aber für die Mannschaft gequält", sagt Hirschauer.

Während Avan und Enzweiler auch an diesem Samstag um 14.30 Uhr im Heimspiel gegen Tabellenschlusslicht 1. FC Riegelsberg nicht auflaufen können, sind zumindest einige andere Spieler wie Kapitän Kevin Folz oder Martin Rupp, die zuletzt ebenfalls wegen Verletzungen ausfielen, mittlerweile wieder im Kader. "Wir sind personell endlich wieder besser aufgestellt. Deshalb bin ich optimistisch, dass wir vor der Winterpause noch Siege einfahren", sagt Hirschauer. Nach dem Duell gegen Riegelsberg tritt Hemmersdorf am Mittwoch im Nachholspiel beim ebenfalls personell geplagten SV Hasborn an. Am Samstag in einer Woche kommt es dann zum Derby beim VfB Dillingen.

Trainer Hirschauer hat dem FSV übrigens vergangene Woche mitgeteilt, dass er seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Bereits nach der Saison 2014/15 hatte er eigentlich aufhören wollen. Auf Bitten des Vereins entschied er sich dann aber doch dazu, eine Runde dran zu hängen. "Das wird es dieses Mal aber nicht mehr geben. Überredungsversuche sind zwecklos. Ich will einfach eine Pause machen und mich mehr um meine Familie kümmern", erklärt der 38-Jährige. Hirschauer ist seit 2008 in Hemmersdorf im Amt.