CAJ saniert Burgweg in Rehlingen-Siersburg bei 72 Stunden-Stunden-Aktion

Jugendaktionen : Neuer Burgweg und Interviews

Bei der 72-Stunden-Aktion machten Kinder und Jugendliche aus Rehlingen-Siersburg und Schmelz mit.

Sie schneiden, schaufeln und walzen: Mit vereinten Kräften arbeiten etwa 20 junge Erwachsene der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) Siersburg aktuell auf dem Siersberg. Ihre Aufgabe? Innerhalb von 72 Stunden ein gemeinnütziges Projekt umsetzen, in diesem Jahr hat sich die CAJ die Sanierung des alten Burgweges ausgesucht. „Unsere Vorgänger kümmerten sich 2004 schon um den Burgweg, allerdings ist der in die Jahre gekommen, die Holzstufen waren morsch und der Weg zugewachsen“, erzählt der erste Vorsitzende, Johannes Hein.

Seit Donnerstagabend arbeiten Jugendliche und Erwachsene Hand in Hand. Neben dem harten Kern beteiligen sich fast 50 Menschen, sagt Hein. „Gerade die Kinder und Jugendlichen sehen dabei, was Handwerk und körperliche Arbeit bedeutet“, erläutert er, aber es mache Spaß, generationsübergreifend zusammenzuarbeiten. „Es ist schön, in der Gemeinschaft Projekte umzusetzen“, sagt Annika (25), „die allen hier zu Gute kommen“, ergänzt Sebastian (21). In einem ersten Schritt wurden der 300 Meter lange Weg komplett geräumt und die alten Stufen entfernt. Bis in die Nacht dauerte es, bis der Weg frei war. Seit Freitagmorgen um 8 Uhr werkeln wieder alle mit, verteilen 200 Tonnen Schotter und bauen mit ihm stabile Stufen, die den Wanderern und Besuchern zu Gute kommen sollen. Um ihnen das Thema Nachhaltigkeit nahezubringen, werden am Rande des Weges mehrere Pflanzungen angelegt, ebenso alte, regionale Sorten von Obstbäumen und eine Blumenwiese. Begleitet wird die Aktion von einem Umweltprojekt in Kooperation mit dem Umweltministerium und mit Unterstützung der Gemeinde.

14 Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren beteiligten sich in Schmelz an der Aktion, in der katholischen Pfarreiengemeinschaft das Jugendforum. „Unsere Teilnehmer haben sich für ein Generationenprojekt entschieden und interviewen in den Pflegewohnheimen Schmelz sowie Limbach Bewohner über deren Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugendzeit“, sagt Juliane Bär. Sie betreut die Teilnehmer gemeinsam mit drei weiteren Helfern an den drei Aktionstagen. Die Ergebnisse der Interviews dienen der Gestaltung einer Broschüre, die gegen eine Spende erhältlich sein wird. Der Erlös ist für Zwecke der örtlichen Seniorenheime bestimmt.

Überraschender Besuch im Pflegewohnheim Vitarium (von links): Nick Sträßer, Philipp Thewes, Nino Burjanadse, Nicolaus Ulrich und Fynn Groß interviewten (vorne sitzend von links) Christine Tinnes und Alice Jung; rechts: Diana Pierret, Leiterin für soziale Betreuung. Foto: Dieter Lorig

Im Limbacher Pflegewohnheim Haus am Talbach beantwortete unter anderem Ingeborg Klein (89) die Fragen der jungen Menschen. „Ich erinnere mich noch an die schlimmen Bombenangriffe im Krieg, während derer ich zur Sicherheit in einer Badewanne im Keller schlafen musste“, erzählt Klein. Rudi Gerstner, Jahrgang 1938, bedauert, dass er schon als 13-Jähriger auf der Grube Göttelborn arbeiten musste: „Meine Kindheit war schnell vorbei!“ „Viele unsere Bewohner erinnern sich noch sehr gut an ihre jungen Jahre“, bestätigen Ruth Kewenig vom Haus am Talbach und Diana Pierret vom Pflegewohnheim Vitarium. Beide sind Leiterinnen für soziale Betreuung in ihren Einrichtungen. Im Schmelzer Vitarium erzählen Christine Tinnes (89) und Alice Jung (90) überschwänglich über ihre Zeiten in jungen Jahren im Theaterverein und Kirchenchor. „Es ist hochinteressant zu hören, an was sich die Heimbewohner so alles erinnern“, staunen Ben Selgrath (13) und Maya Leidinger (14).

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