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Bürgermeisterwahl in Rehlingen-Siersburg
Zwei sehr unterschiedliche Bewerber

Bei der Podiumsdiskussion vor der Bürgermeisterwahl in Rehlingen-Siersburg (von links): Der parteilose Bewerber Ralf Collmann, die Moderatoren Oliver Spettel (SZ) und Thomas Gerber (SR), SPD-Kandidat Joshua Pawlak.
Bei der Podiumsdiskussion vor der Bürgermeisterwahl in Rehlingen-Siersburg (von links): Der parteilose Bewerber Ralf Collmann, die Moderatoren Oliver Spettel (SZ) und Thomas Gerber (SR), SPD-Kandidat Joshua Pawlak. FOTO: Thomas Seeber
Siersburg. Bürgermeisterwahl in Rehlingen-Siersburg: Pawlak und Collmann stellten sich der Podiumsdiskussion von SZ und SR. Von Nicole Bastong

Zwei Kandidaten mit sehr unterschiedlichem Hintergrund präsentierten sich in der voll besetzten Niedtalhalle am Dienstagabend ihren Wählern. Auf dem Podium stellten sich Ralf Collmann (parteilos) und Joshua Pawlak (SPD) den Fragen von SZ-Moderator Oliver Spettel und SR-Moderator Thomas Gerber sowie einiger Bürger. Rund 600 Zuhörer waren gekommen, um sich selbst ein Bild von den beiden Bewerbern bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag zu machen. Und ganz offensichtlich hatten beide eine lautstarke Anhängerschaft mitgebracht, die die Antworten auf dem Podium mit zum Teil tosendem Applaus quittierten.


Ralf Collmann, 56 Jahre alt, aus Rehlingen, arbeitet seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen der Verwaltung. Er ist verheiratet und hat eine erwachsene Stieftochter. Der ehemalige FCS-Profi ist begeisterter Fußballer und Trainer, außerdem aktiv im Heimat- sowie Obst- und Gartenbauverein. In einer Partei war er nie: „Ich bin parteilos und das wird auch in 20 Jahren noch so sein.“

Obwohl er leidenschaftlich gern Standesbeamter ist, will Collmann Bürgermeister von Rehlingen-Siersburg werden. Weil, erklärte er auf die Frage von SZ-Moderator Spettel, „ich dann immer noch als Standesbeamter fungieren dürfte“. Zutrauen würde er sich den Job, erklärte er: „Ich bin lange im Geschäft, bin ein guter Zuhörer und Manager, ich kann gut mit Menschen.“



Joshua Pawlak, 27 Jahre alt, aus Gerlfangen, ist nach einem studentischen Ferienjob „bei der VSE hängengeblieben“, hat dort eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht und seine Partnerin kennengelernt; inzwischen betreut er in der Personalabteilung 70 Azubis und absolviert gleichzeitig ein Fernstudium zum „Personalreferent“. Aktiv ist er außerdem schon lange bei Feuerwehr und im Bürgerverein „Miteinander und Füreinander“. Sein Hobby: die Politik. Seit 2014 ist Pawlak der jüngste Beigeordnete im Saarland. Nun könnte er der jüngste Bürgermeister werden. Sein Traumjob sei das nicht gewesen: „Ich bin da reingewachsen.“

Auf der einen Seite ein unabhängiger Bewerber ohne politische Erfahrung, auf der anderen ein junger, ehrgeiziger Parteikandidat, der in Rehlingen-Siersburg in der SPD noch eine sehr starke Partei mit vielen Förderern im Rücken hat, die nicht nur die Ratsmehrheit, sondern auch 27 Jahre lang den Bürgermeister stellte. SPD, Gerlfangen und VSE, da denkt man gleich an die graue Eminenz Leo Petry – und so musste sich Pawlak auch gleich zu Beginn von SR-Moderator Gerber die Frage gefallen lassen: „Ist der Leo Petry Ihr Papa?“ Die Antwort entlastete Pawlak nicht ganz: „Das könnte man meinen. Aber als ich dort angefangen habe, war er nicht mehr bei der VSE aktiv.“

Die Unterstützung der Partei macht sich darüber hinaus auch im Wahlkampf bemerkbar: Die Kosten von „rund 25 000 Euro“ werden bei Pawlak mit Unterstützung der SPD finanziert, aber auch durch Spender und Freunde – „und wenn eine Differenz bleibt, trage ich die persönlich“, ergänzte er. Collmann dagegen betonte, die Kosten von „12 000 bis 15 000 Euro zahle ich aus eigener Tasche“.

Während er hervorhob, dass seinen Wahlkampf nicht nur Freunde, sondern auch CDU und Grüne sowie einige SPD-Mitglieder unterstützten, bestätigte Pawlak seinerseits, dass er Schützenhilfe auch von einigen CDU-Mitgliedern und sogar -Ortsverbandsvorsitzenden aus der Gemeinde erhalte.