| 21:08 Uhr

Verkehr
Die Brücke über die Nied ist wieder frei

Ende der Vollsperrung: Bürgermeister Martin Silvanus (vorne, von links), Beigeordneter Joshua Pawlak, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger und Ortsvorsteher Reinhold Jost gaben die Niedbrücke offiziell wieder frei.
Ende der Vollsperrung: Bürgermeister Martin Silvanus (vorne, von links), Beigeordneter Joshua Pawlak, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger und Ortsvorsteher Reinhold Jost gaben die Niedbrücke offiziell wieder frei. FOTO: Ruppenthal
Siersburg. Zeitplan unterschritten und Budget eingehalten – Anwohner hatten unter Lärm und Umleitungsverkehr zu leiden. Von Nicole Bastong

Ganz fertig ist die Nied­brücke noch nicht, als sich am Mittwochmittag im Regen nach und nach gut 50 Anwohner, Gemeinderäte und Offizielle darauf versammeln. Das Geländer wurde am Vormittag noch schnell angebracht – anlehnen sollte man sich besser nicht, einige Schrauben fehlen. Auch das Gerüst steht noch. Wie umfangreich die Bauarbeiten an dem historischen Übergang über die Nied waren, ist im Umfeld gut zu erkennen.



Deutlich breiter ist die wichtige Brücke im Ort nun, erstmals hat sie auch richtige Gehwege auf beiden Seiten. Hilde Müller, Jahrgang 1927, erinnert sich noch, wie in ihrer Kindheit die Bauern mit ihren Fuhrwerken darauf unterwegs waren. Ihr gefällt die sanierte Brücke: „Das sieht wirklich anders aus jetzt.“ Die Anwohnerin in der Straße „An der Kapelle“ ist „sehr froh“, dass der Umleitungsverkehr vor ihrem Haus nun abnimmt. „Für mich als Fußgänger war es oft gefährlich, manche rasen da durch, man musste wirklich aufpassen“, berichtet sie, „Aber Gott sei Dank ist nichts passiert!“

„Wir sind sehr froh, dass die Brücke wieder offen ist“, betont auch Anwohnerin Ute Ehre, „der ganze Verkehr auf den Gau musste durch unsere Straße, da sind einige gerast oder auch mal über die rote Ampel gefahren.“

Während der Bauzeit musste die verkehrstechnisch wichtige Brücke komplett gesperrt werden, für eine einseitige Sperrung war sie zu ­schmal. Die Umleitung erfolgte über die kleine Brücke am Campingplatz beziehungsweise über Fürweiler und Hemmersdorf. Siersburger, aber auch Hemmersdorfer, hatten während der eineinhalb Jahre Bauzeit unter dem Umleitungsverkehr und dem Baulärm zu leiden, weiß auch Bürgermeister Martin Silvanus, ebenso die Bewohner der Gaudörfer, die Umwege fahren mussten. Etliche Beschwerden habe es gegeben, räumt Silvanus ein, aber auch Verständnis. „Ich habe anfangs das Chaos, den Verkehrskollaps befürchtet“, gibt Silvanus zu; das sei glücklicherweise ausgeblieben.

„Die Anwohner hatten einiges auszuhalten“, betont auch Ortsvorsteher Reinhold Jost. Er dankte allen, auch der durchführenden Firma Aventas.bau GmbH & Co. KG aus Illingen und dem federführenden Landesbetrieb für Straßenbau: „Ihr habt super Arbeit gemacht, das war eine klasse Baustelle.“



Eine besondere Herausforderung bei der Sanierung der Brücke war der Denkmalschutz. Die Niedbrücke ist eine der ältesten Brücken im Saarland (siehe Info), sie stammt aus dem Jahr 1758 und besteht aus acht Sandsteinbögen. Der komplette Überbau musste erneuert und den aktuellen Anforderungen der Technik angepasst werden. Die Bögen und Pfeiler wurden instandgesetzt und teilweise mit Sandstein verblendet.

Die ursprünglich geplante Bauzeit von zwei Jahren konnte deutlich verkürzt werden, auch die kalkulierten Baukosten von 2,2 Millionen Euro wurden nicht überschritten, betonte stolz Verkehrsministerin Anke Rehlinger, die schließlich zusammen mit Bürgermeister und Ortsvorsteher Jost die Siersburger Niedbrücke wieder freigab.

Die Sanierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Niedbrücke in Siersburg sind nahezu abgeschlossen.
Die Sanierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Niedbrücke in Siersburg sind nahezu abgeschlossen. FOTO: Ruppenthal