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Fußball
Bitterer Rückschlag im Kampf gegen den Abstieg

Rehlingen. Rehlingen-Fremersdorf verliert das Kellerduell der Saarlandliga gegen Quierschied nach 2:1-Führung in letzter Sekunde mit 2:3.  Von Philipp Semmler

Was für ein Pech! Bis in die Nachspielzeit sah es am Freitagabend so aus, als sollte Fußball-Saarlandligist SF Rehlingen-Fremersdorf im Kellerduell gegen die Spvgg. Quierschied zumindest einen Zähler holen. Vor 350 Zuschauern im Rehlinger Bungertstadion stand es in der 93. Minute 2:2.


Dann startet Quierschied noch einen letzten Angriff: Der eingewechselte Mirco Zavaglia wird nach einem Ballverlust der Hausherren am Strafraum angespielt. Der Offensiv-Akteur behält die Übersicht und passt zum besser postierten Lukas Mittermüller. Der macht noch eine Körpertäuschung, zieht ab – und Augenblicke später schlägt der Ball zum 3:2-Siegtreffer im Netz ein.

Der Jubel bei der Sportvereinigung ist groß, ebenso der Frust bei Rehlingen-Fremersdorf. Für die SF war es schon die siebte Niederlage in dieser Saison mit einem Tor Unterschied. „Es fehlen immer nur Nuancen“, stöhnte Trainer Oliver Hirschauer. „In jedem dieser Spiele gab es entweder in der Offensive oder in der Defensive ein, zwei entscheidende Situationen, die gegen uns gelaufen sind. Das ist richtig bitter.“



Vor dem späten Siegtor der Gäste hatte Salvatore Frenda die Hausherren nach einer halben Stunde in Führung gebracht. Der Stürmer wurde angespielt, tunnelte im Strafraum noch einen Gegenspieler und traf zum 1:0. Quierschied antwortete jedoch prompt – und glich drei Minuten später aus. Marcel Jung beförderte eine Hereingabe zum 1:1 ins Netz.

Doch Rehlingen ließ sich davon nicht beeindrucken. Noch vor der Pause brachte Marius Puhl die Hausherren wieder in Führung. Der 18-Jährige zog in der 38. Minute nach einem Abpraller von der Strafraumkante ab – und die Kugel schlug unhaltbar zum 2:1-Pausenstand ein.

Nach dem Seitenwechsel drängte Quierschied auf den Ausgleich. Dieser gelang auch in der 52. Minute. Julian Fernsner zog aus 45 Metern (!) einfach mal ab, und der Ball ging in hohem Bogen über SF-Torwart Marc-Julien Fischer hinweg zum 2:2 ins Netz. Ein echtes Traumtor.

„Unmittelbar zuvor hätten wir allerdings einen Elfmeter bekommen müssen“, haderte Hirschauer. „Da wurde Sascha Schröder im Strafraum gefoult. Hätte es einen Strafstoß gegeben, wäre das wohl das 3:1 gewesen. Stattdessen steht es fünf Sekunden später 2:2.“ Danach spielte Quierschied stark, der Siegtreffer wollte den Gästen aber zunächst nicht gelingen – bis Mittermüller ganz spät zuschlug und die Sportfreunde schockte. Immerhin: Wie die Rehlinger Fans nach dem Ausgleich und auch nach dem Abpfiff ihr Team anfeuerten, beeindruckte sogar die Gäste. „Das war imponierend“, sagte der Quierschieder Spielausschuss-Vorsitzende Kai Berrang.

Rehlingen-Fremersdorf muss damit weiter auf seinen ersten Sieg seit dem 16. September (1:0 gegen den FC Homburg II) warten. Bis zur Winterpause müssen die SF jetzt noch zwei Mal auswärts ran: Am kommenden Samstag um 14.30 Uhr beim SV Saar 05, eine Woche später beim FV Eppelborn.

Bitter lief es am Wochenende aber nicht nur für Rehlingen: Schlusslicht FV Schwalbach kam am Sonntag im Heimspiel gegen die FSG Ottweiler-Steinbach trotz einer 3:1-Führung bis zur 73. Minute nicht über ein 3:3 hinaus. Vor 150 Zuschauern war der 2:3-Anschlusstreffer der Gäste durch Sahbaz Husic, der die FSG zurück ins Spiel brachte, höchst umstritten. Die Hausherren monierten eine Abseitsposition des Torschützen und zweier weiterer Gästespieler. Die Proteste blieben aber erfolglos. Schiedsrichter Julian Marx gab das Tor. Fünf Minuten vor Schluss gelang Gäste-Akteur Lukas Hainer das 3:3. Am kommenden Samstag spielt der FV erneut zu Hause. Um 15.30 Uhr kommt Meisterschaftsanwärter SV Auersmacher (derzeit Tabellendritter) ins Jahnstadion.