Beltane-Fest war beliebtes Ausflugsziel

Beltane-Fest war beliebtes Ausflugsziel

Zum zwölften Mal hatte sich das Keltengehöft mit Keltenhaus am Druidenpfad auf der Grenze für ein breites Publikum herausgeputzt.

"Die wenigen Wildschweine, die bei den Kelten verzehrt worden sind, dürften wohl fast alle auf das Konto von Obelix gehen", erzählte Heike Fuchs vom Freundeskreis Keltischer Ringwall (Hochwaldkelten) am Montagnachmittag und erntete dafür von ihren Zuhörern staunende Blicke. "Die Kelten haben sich Schweine und Kühe, später auch Hühner gehalten, um diese zu essen, warum hätten sie da jagen sollen?", schickte sie hinterher.

Danach ging es in ihrem Vortrag über die Erd- zu den Getreidespeichern, auf Pfählen gebaut, über die süßen Keltenringe, die jeweils zur Hälfte aus Dinkelmehl und Honig als Marschproviant dienten, bis hin zu den Hügelgräbern der Kelten. Diese Zeit, die Fuchs in die Jahre 800 bis Null vor Christus terminierte, wurde durch ihren Vortrag, aber vor allem durch die Umgebung für alle Generationen gleichermaßen zum Erlebnis. Zum inzwischen zwölften Mal hatte sich das Keltengehöft mit Keltenhaus und angrenzendem Druidenpfad auf der Grenze zwischen Niedaltdorf und Neunkirchen-les-Bouzonville fein rausgeputzt und präsentierte sich einem breiten Publikum.

Längst mehr als ein Geheimtipp ist das Beltane-Fest, das alljährlich zum 1. Mai in das idyllisch gelegene Waldstück einlädt. Und während am Vormittag noch die letzten Regenschauer dafür sorgten, dass der Andrang bei der Wanderung eher gering blieb, so machten sich spätestens ab dem frühen Nachmittag die Menschen beidseits der Grenze auf den Weg, um zumeist zu Fuß ihre Mai-Tour mit einem Ausflug in die heimische Geschichte zu verbinden. Denn das, betonte Monika Malburg aus Primstal und ebenfalls Mitglied des Freundeskreises, sei doch ganz besonders spannend, sich mit dem Alltag in der eigenen Vergangenheit zu beschäftigen. "Und die liegt bei uns nun mal bei den Kelten", unterstrich sie.

Malburg war mit dem Freundeskreis, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, das Keltenleben so authentisch wie möglich wiederzugeben, mit ihrem Webrahmen nach Niedaltdorf gekommen. "Wenn man das Schiffchen, einzelne Garne oder auch den Rahmen hinter Vitrinen ausstellt, dann gehen die Leute erfahrungsgemäß, ohne diesen Dingen viel Beachtung zu schenken, daran vorbei. Wenn ich aber hier in meinen Gewändern sitze und zeige, wie dieses Handwerk funktioniert hat, dann bieten wir den Gäste eine Art mobiles und erlebbares Museum", sagte sie.

Anschauen, anfassen, aber auch selbstmachen, das konnten vor allem die Kinder bei Andrea Wagner-Neumann aus Bad Kreuznach. Sie hatte einen kleinen Webrahmen mitgebracht "Zwar benutze ich Baumwolle für die Freundschaftsbändchen und auch der Webrahmen ist nicht authentisch, doch die Technik, die die Kinder erlernen, ist tatsächlich keltisch", sagte sie. Neben den Freundschaftsbändchen waren auch die Töpferarbeiten sehr beliebt. Die sieben Jahre alte Leni aus Rehlingen war mit ihren Großeltern nicht zum ersten Mal beim Keltenfest, arbeitete eifrig an ihrer Schildkröte. Die hatte sich auch der vier Jahre alte Henri ausgesucht, ein Zwerg stand schon zum Trocknen da. "Ich habe vor ein paar Wochen über das Fest gelesen, es ist wirklich sehr schön hier", sagte Mama Barbara Gillert-Rühle aus Dillingen.

Damit die Wanderer - darunter sehr viele Familien - nicht Hunger und Durst leiden mussten, hatten die beiden Feuerwehren aus Niedaltdorf und Neunkirchen-les-Bouzonville gemeinsam die Versorgung mit Speisen und Getränken übernommen. "Das läuft, wie auch die Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis, von Anfang an sehr gut und sorgt für einen reibungslosen Festverlauf", erklärte Bürgermeister Martin Silvanus, der gegen Abend die Sonne zum Frühlingsfest mitgebracht hatte. Das beflügelte die drei Musiker von An Erminig ebenso wie die zahlreichen Tänzer. Die begrüßten den Frühling mit ihrem Tanz am ersten Mai.