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Frauen in der Kommunalpolitik
Mit offenen Augen durch das Dorf gehen

Bärbel Hesse ist seit mittlerweile 14 Jahren Gemeinderätin in Rehlingen-Siersburg.
Bärbel Hesse ist seit mittlerweile 14 Jahren Gemeinderätin in Rehlingen-Siersburg. FOTO: MB Photo / MARKUS
Rehlingen. Wichtig ist Bärbel Hesse auch, dass Orts- und Gemeinderäte respektvoll miteinander umgehen. Von Nicole Bastong

Ehrenamtliches Engagement ist für Bärbel Hesse aus  Rehlingen schon lange fester Bestandteil des Alltags: Seit 19 Jahren sitzt die Einzelhandelskauffrau für die CDU ununterbrochen im Ortsrat Rehlingen, seit 2004 auch im Gemeinderat Rehlingen-Siersburg. Dort war sie zunächst im Ausschuss für Friedhofs- und Bestattungswesen, seit 2009 im Haupt-/Personal- und Finanzausschuss tätig, des Weiteren in der KEV (Kommunale Entwicklungs- und Vermögensmanagement-Gesellschaft Rehlingen-Siersburg) und im Vorstand der technischen Werke Rehlingen. Fünf Jahre lang war Hesse auch stellvertretende Fraktionsvorsitzende ihrer Partei im Rat, außerdem stellvertretende Ortsvorsteherin. Und die rührige Rehlingerin ist noch Schöffin am Amtsgericht Saarlouis.


Zum Thema Vereinbarkeit hat sie erfahren: „Wer sich aktiv im Ehrenamt engagiert, kann Interessens-
konflikte mit Familie und Beruf nicht immer vermeiden.“ Seit 25 Jahren ist Hesse in Teilzeit beschäftigt bei Party-Service Christ, wo sie oft in den Abendstunden arbeitet. „Da musste schon mal einer wichtigen Sitzung oder Tagung der Vorzug gegeben werden“, sagt sie.

In die CDU ist Hesse, Jahrgang 1956, vor 25 Jahren eingetreten. „Als Rehlinger Urgestein war ich immer schon an der Weiterentwicklung des dörflichen Lebens interessiert“, erinnert sie sich, „durch politisch aktive Freunde unterstützt, war der Entschluss gereift, selbst aktiv zu werden, mitreden zu können, Probleme der Mitbürger aufzugreifen und im Orts- und Gemeinderat zu thematisieren“.



Den Schwerpunkt ihrer kommunalpolitischen Arbeit sieht Hesse darin, die Ortskerne lebendig zu halten. So möchte sie etwa für ältere Mitbürger innerörtlich kurze und sichere Wege oder die Wohnqualität für jüngere Mitbürger erhöhen und Leerstände verringern. Ein weiteres Anliegen: Die zehn Ortsräte sollen in ihrem Einflussbereich gestärkt werden, um die Sorgen und Wünsche der Bürger direkter aufgreifen zu können. Grundsätzlich sollten Kommunalpolitiker für ihre Orte an einem Strang ziehen, findet Hesse: „Wichtig ist für mich, dass in den Orts- und Gemeinderäten respektvoll miteinander umgegangen wird und man somit ein Klima schafft, das parteiübergreifende Beschlüsse erleichtert.“

Andere Frauen zu motivieren, politisch aktiv zu werden, ist ihr wichtig: „Ich rate auch jüngeren Frauen, mit offenen Augen und Ohren durch ihr Heimatdorf zu gehen.“ Schon in der Jugendorganisation einer Partei könne man sich mit Gleichaltrigen Gehör verschaffen.