Am Himmel ist viel Platz für Yoga mit den Augen

Am Himmel ist viel Platz für Yoga mit den Augen

Foto: Rolf Ruppenthal, Das mitgelieferte Foto "Schneider8584.jpg.jpg" wurde in Ihr lokales Verzeichnis der Fotostation und des CCI-Baskets "Agenturbilder" exportiert.

Rehlingen-Siersburg. Für den gemütlichen Feierabend schaltet man den Fernseher ein oder wirft im Sommer den Grill an. Nicht so Heidi Schneider. Wenn es sich die Juristin wirklich gemütlich machen will, betreibt sie Yoga für die Augen, wie sie ihr jahrzehntelanges Hobby liebevoll nennt. Stunden verbringt sie dann draußen im Garten oder auf einem Hügel und lässt die Augen über das Himmelszelt schweifen: Die Hobby-Astronomin schaut in ihrer Freizeit am liebsten in die Sterne. "Der Blick in die Sterne regt zum Träumen an und weckt eine unbeschreibliche Abenteuerlust", sagt sie. Das Fieber für das Sternegucken befiel die Siersburgerin als Elfjährige, als sie sich für ein gutes Zeugnis ein Astronomielexikon gewünscht hatte. Erste Versuche startete sie als Grundschülerin mit dem Feldstecher im Garten der Eltern, inzwischen beobachtet sie das kosmische Treiben mit einem hochauflösenden Teleskop. Das hat sie in zwei Minuten einsatzbereit aufgebaut. Oder sie betrachtet ganz entspannt im Liegestuhl mit bloßem Auge: "Ich bin ein absoluter Genussgucker", sagt Heidi Schneider, die am liebsten die Plejaden und das Sternbild Orion beobachtet. Logisch, dass sich da der Urlaubsplan schon mal nach dem Sternenhimmel richtet.

Sprache weg

Denn exotische Plätze bieten dank wenig Lichtverschmutzung oft optimale Bedingungen. Nur mit dem Fernglas hat Schneider so den Südsternhimmel auf Bali untersucht. Da boten sich ihr erst einmal gewöhnungsbedürftige Eindrücke. Denn da steht ihr Liebling, der mythische Himmelsjäger Orion, nicht sondern liegt. Die Amateurastronomin hat auch schon den Himmel über der Wüste in Marokko genossen. "Der Mondaufgang ist über der Wüste einfach gigantisch", sagt die 41-Jährige. Da wären nur Stille und Weite des Universums über dem Kopf.

Ohne Mathe oder Formeln

Schneider und die anderen Sternenbeobachter vom Saarlouiser Verein der Astronomiefreunde Cassiopeia wollen die Vorstellungen von Astronomie entkrampfen. Sie bieten Sonnenbeobachtungen an Schulen an, organisieren Vorträge, beim Venustransit 2004 haben sie Schaulustige in Saarlouis durch Teleskope mit beobachten lassen. "Man kann Astronomie genießen, ohne sich dabei mit Mathe oder wissenschaftlichen Formeln beschäftigen zu müssen", erklärt Schneider. Schmitts persönlicher Favorit am Himmel ist die Sonne, wegen der schwarzen Flecken, Kernfusionen und Magnetstürme. Und so wird er sicher mit Heidi Schneider sein Teleskop in Fraulautern aufstellen, wenn es am 6. Juni den nächsten und bis 2117 letzten Venustransit gibt. Dabei wandert die Venus als kleiner schwarzer Punkt vor der aufgehenden Sonne vorbei.