Jubiläumsfeier : Hohe Auszeichnung zum Jubiläum

Der Musikverein Almenrausch erhielt beim Festakt zum 100. Geburtstag in Rehlingen die Pro-Musica-Plakette.

So etwas erlebt jeder nur einmal in seiner Geschichte. Den ersten dreistelligen Geburtstag feierte der Musikverein „Almenrausch“ denn auch ausgelassen und vier Tage lang auf dem Rehlinger Marktplatz. Ein großes Zelt mit Hunderten von Gästen und Freunden bildete den Rahmen für das 100-jährige Jubiläum. Am Samstagabend fand ab 19 Uhr der Festakt statt, mit Ehrungen und Auszeichnung des Vereins. Moderatoren waren Holger Hettinger und Jörg Hektor. Der Höhepunkt des Abends war für 21 Uhr angesetzt. Davor spielte das Jugendorchester unter Leitung von Josef Krämer ein begeisterndes „Queen of the Dolomites“.

Für das Geburtstagsständchen wurden sie ergänzt mit den Jüngsten im Verein, die mit Blockflöten ihren Beitrag leisteten. Nach weiteren Stücken stand für die Zugabe ein außergewöhnliches Talent im Rampenlicht. Die zehnjährige Trompeterin Leonie Riga spielte zum Marsch „Hohenfriedberger“ mit flinken Fingern und klaren Tönen ihre Solopassagen. Gegen 20 Uhr kam das Geburtstagskind auf die Bühne. Das Große Orchester mit rund 70 Musikerinnen und Musikern unter Leitung von Yannik Erel. Schon seit Mai laufe das Jubiläum, sagte der Vorsitzende, Stefan Dittlinger. Und „wir werden am 23. November das Festjahr mit einem Konzert beenden“. Dittlinger dankte Helfern, Unterstützern und Sponsoren, „die alle dies hier möglich gemacht haben“. Mit dem feierlichen „Olympiques“ breitete das Orchester den musikalischen Teppich aus für die Hauptredner des Abends. „Die guten Wünsche der Bundesregierung begleiten euch alle in die nächsten 100 Jahre“, sagte gut gelaunt Schirmherr und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. „Almenrausch ist eine Institution hier in Rehlingen und darüber hinaus.“ Als Geburtstagsgeschenk hatte er eine Einladung zu vier Tagen in Berlin dabei. Und das „Kuvert wird überwiesen auf euer Konto“. „Almenrausch ist zu einem Botschafter für Musik geworden“, bescheinigte Bürgermeister Ralf Collmann dem Orchester.

Nicht nur bei Veranstaltungen im Dorf, ebenso bei Reisen bis Rom, Wien und nach Texas. Passend dazu spielte „Almenrausch“ den Welthit „We are the world“. Dabei zeigte sich, dass auch gute Stimmen zum Ensemble gehören. Das internationale Renommee sprach auch Umweltminister Reinhold Jost an. Er überbrachte im Auftrag von Kultusminister Ulrich Commerçon die „Pro-Musica-Plakette“. In diesem Jahr erhielten nur vier Vereine im Saarland diese Auszeichnung, zwei davon im Kreis Saarlouis. Verliehen wird sie vom Bundespräsidenten an Vereine, die seit mindestens 100 Jahren die instrumentale Musik pflegen und das kulturelle Leben fördern.

Mit seiner Arbeit trage „Almenrausch“ bei zur „regionalen Identifikation und Identität“, sagte Jost. Der Verein sei Bestandteil des Lebens im Ort und darüber hinaus. Er fördere das Zusammenleben über Generationen hinweg. Als „Kultur von allen für alle“, bezeichnete es Josef Petry, Präsident des Bundes Saarländischer Musikvereine, BSM. Er überbrachte die „Glückwünsche der großen Blasmusikerfamilie im Saarland“. Petry ehrte 29 Musiker des Vereins für langjährige aktive Vereinsarbeit. Darunter Gottfried Steffensky und den früheren Vorsitzenden Günther Dittlinger für je 60 Jahre.

Der Verein selbst ehrte rund zwei Dutzend Musikerinnen und Musiker für 25-jährige Aktivitäten. Außerdem 18 treue Vereinsmitglieder für 40- bis 70-jährige Mitgliedschaft. „Almenrausch“ verabschiedete sich gegen 22.30 Uhr mit dem „Bergmannsgruß“ von der Bühne. Ab da gestaltete der Musikverein „Harmonie“ das Programm.

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