Ratsmitglieder verließen SitzungSchmelzer Heidebad bleibt politischer Zankapfel

Ratsmitglieder verließen SitzungSchmelzer Heidebad bleibt politischer Zankapfel

Schmelz. Auf eine lange Sitzung hatten sich die Mitglieder des Schmelzer Gemeinderates und die Zuhörer eingestellt. Galt es doch, eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten. Doch bereits bei Punkt 4 bat Harald Comes nach hitziger Diskussion um Sitzungsunterbrechung. Die Abstimmung danach endete wie bei Punkt drei mit 16:16 Stimmen (ein Mitglied der FW/FWG fehlte)

Schmelz. Auf eine lange Sitzung hatten sich die Mitglieder des Schmelzer Gemeinderates und die Zuhörer eingestellt. Galt es doch, eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten. Doch bereits bei Punkt 4 bat Harald Comes nach hitziger Diskussion um Sitzungsunterbrechung. Die Abstimmung danach endete wie bei Punkt drei mit 16:16 Stimmen (ein Mitglied der FW/FWG fehlte). Der SPD-Fraktionssprecher erklärte, dass seine Fraktion die Sitzung verlassen werde, da "heute keine Mehrheit zu erreichen ist". Dem schlossen sich die Freien Wähler an. Bürgermeister Armin Emanuel schloss die Sitzung, da der Gemeinderat nicht mehr beschlussfähig war. Zur Vorgeschichte: Das Plantschbecken im Schmelzer Heidebad ist sanierungsbedürftig. Auch soll das Bad besonders für Familien mit Kindern attraktiver gestaltet werden. Darüber sind sich alle Fraktionen einig. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Mittel für das Freibad in den Wirtschaftsplan eingestellt. Ein entsprechender Planungsauftrag wurde vergeben und die Planungen im Werksausschuss diskutiert. Für die Sanierung der Technik und des Plantschbeckens kämen Kosten von 400000 auf die Gemeinde zu, wobei fast die Hälfte auf die Technik entfalle, betonte der Verwaltungschef. Die CDU-Fraktion stellte den Antrag, die Planungen vorerst zu stoppen, sie wolle mit Hilfe eines Fragebogens Bürger zu ihren Wünschen und Vorstellungen in Bezug auf die Attraktivität des Heidebades befragen. Der CDU-Vorschlag fand keine Mehrheit. Somit bleibt das Thema Attraktivitätssteigerung im Heidebad weiterhin im Werksausschuss. Wieder Thema Heidebad beim nächsten Tagesordnungspunkt. 550000 Euro kostet das Bad jährlich die Gemeinde. Im Wirtschaftsjahr 2008 sind Investitionen von 106000 für die Aufwertung des Kleinkinderbereiches vorgesehen. Die CDU-Fraktion stimmte gegen den Wirtschaftsplan, da erst ein zukunftsträchtiges Gesamtkonzept erarbeitet werden solle. Daraufhin kam es zur Sitzungsunterbrechung und dem Auszug der Sozialdemokraten und der Freien Wähler. Meinung

Alle wollen nur das Beste

Von SZ-RedakteurinMonika Kühn Eigentlich war der Auszug der beiden Fraktionen im Schmelzer Rat unnötig. Eigentlich war auch der CDU-Antrag auf weitere Attraktivitätssteigerung im Heidebad unnötig. Denn eigentlich wollen alle das Gleiche: Die Sanierung des Heidebades und das Beste für die Gemeinde. Nur über das Wie wurde gestritten. Dass investiert werden muss, und das auch in den Kleinkinderbereich, ist unumstritten. Unumstritten ist auch, dass mit den knappen Haushaltsmitteln der Gemeinde sparsam umgegangen werden muss. Denn will die Gemeinde das Bad halten, muss sie investieren und das erst einmal in die Technik. Und den Weg für diesen ersten Schritt hätte der Gemeinderat frei geben können, so wie es die Freien Wähler vorschlugen. Dann hätte man sich immer noch weitere Schritte für mehr Attraktivität überlegen oder abfragen können. Letztendlich kann aber auch ein glatter Schnitt, sprich Auszug, die erhitzten Gemüter abkühlen.