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Priester Jean Jose besucht Indienhilfe Saarlouis

Indienhilfe Saarlouis : Jean Jose erzählt mit leuchtenden Augen

Junger Pater aus Marthandam ist für einen Monat zu Gast im Saarland und stellt Projekte der Indienhilfe vor.

Drei Tage und Nächte fast ohne Schlaf steckt auch ein junger tatendurstiger Mensch nicht gut weg: Als der indische Priester Jean Jose, 34, am Maifeiertag am Frankfurter Flughafen landete, war er erst einmal nur noch müde. Nachdem ihn Susanne Limbach vom Förderverein Indienhilfe in seine Unterkunft nach Saarwellingen gebracht hatte, schlief er 15 Stunden am Stück. Aber dann waren die Strapazen und Verzögerungen wegen Pass und Visum vor dem Abflug in Indien vergessen. Jetzt ist Jean Jose bereit, in den kommenden vier Wochen bei den verschiedensten Gelegenheiten über sein Land und die Projekte zu erzählen, die auch dank des Fördervereins Indienhilfe Menschen aller Konfessionen unterstützen.

Vor gut einem Jahr schlossen sich rund zwei Dutzend Leute aus dem gesamten Saarland zum Förderverein Indienhilfe Saar zusammen. Die Initiatorin, Ideenlieferantin und erste Vorsitzende des Vereins, Susanne Limbach aus Saarwellingen, zog jetzt in der ersten Mitgliederversammlung Bilanz. Mit dabei Jean Jose aus der Diözese Marthandam, ganz im Süden des indischen Subkontinentes. Susanne Limbach hat ihn bereits vor einigen Jahren bei einem ihrer mittlerweile zahlreichen Indienbesuche kennengelernt und sich für seine Arbeit vor Ort begeistert.

Daraus entstand der Wunsch, dauerhaft zu helfen. Mit leuchtenden Augen zeigt der Pater Fotos der Menschen, deren Leben dank der Spenden über den Förderverein Indienhilfe besser und leichter geworden ist. Partnerorganisationen der Indienhilfe sind die Diözese Marthandam, der Sozialdienst (MIDS) und der Gesundheitsdienst der Diözese Health for one Million (HOM), dessen Direktor der Pater ist. Das Bistum unterhält über seine Gliederungen vier Waisenhäuser, zwei Altenheime, ein Sterbehospiz, ein Heim für behinderte Menschen, spezielle Einrichtungen für Frauen, zwei Krankenhäuser und eine große Zahl an Bildungseinrichtungen, vom Kindergarten bis zur Hochschule.

Pater Jean betonte vor den Mitgliedern des Vereins, wie wichtig die Unterstützung aus dem Saarland sei. Ein großes Problem in seiner Heimat (Indien hat mehr als 1,3 Milliarden Einwohner) seien nach wie vor die immensen sozialen Unterschiede und das trotz seiner Abschaffung im Jahre 1950 immer noch das Leben der Menschen bestimmende Kastensystem.

Die Vereinsmittel, die ohne nennenswerte Verwaltungskosten nach Indien transferiert werden, sagt Susanne Limbach, stammen ausnahmslos von Mitgliedern des Vereins, aus deren Aktionen und von Spendern und Sponsoren. Die Gelder würden in ganz unterschiedliche Projekte investiert, aber auch direkt an einzelne Familien und Menschen in akuter Not verteilt.

Alle Spendenadressaten in der von Saarlouis aus fast 8000 Kilometer entfernten Region werden von den Organisationen vor Ort und von Pater Jean und seinem Team ermittelt. So gelangen Mittel für Mikrokredite ebenso zu ihren Empfängern wie Nutztierspenden, Baumspenden, medizinische Hilfen, Brunnenbauprojekte, Hilfen in der Behindertenarbeit und Bildungsprojekte wie dem Aufbau neuer Schulen oder die Renovierung bestehender Einrichtungen. „Jeder Spender kann sicher sein, dass sein Geld genau dort hingelangt, wo er es haben möchte“, sagt der recht gut Deutsch sprechende Geistliche, der in Rom studiert und eine Zeitlang in einer bayrischen Pfarrei gewirkt hat.

Besonderes Augenmerk, sagt, Limbach, wird auf die Nachhaltigkeit der Hilfen gerichtet und auch auf Initiativen, die sich speziell an Frauen und Mädchen richten. Denn Frauen sind in der indischen Gesellschaft weiter stark benachteiligt. Der Förderverein freut sich über den Besuch: Es gibt noch mehrere Gelegenheiten in der Region den sympathischen und sehr offenen Pater Jean Jose und seine Arbeit in Südindien kennenzulernen.

www.indienhilfe-saar.de