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Carsten Noack: Noack ist der beste Torjäger im Kreis

Carsten Noack : Noack ist der beste Torjäger im Kreis

Die Bilanz ist beeindruckend: Carsten Noack von Fußball-Kreisligist SV Lisdorf trifft im Schnitt fast zwei Mal pro Spiel. Mit 29 Treffern in 16 Spielen ist der Bauingenieur, der heute seinen 28. Geburtstag feiert, der beste Torjäger im Kreis Saarlouis.

Carsten Noack hatte einen Karriere-Start als Torjäger, wie er besser nicht sein konnte. Gleich in seinem ersten Spiel bei den Herren gelang dem Fußballer ein wichtiger Treffer. „Bei meinem damaligen Club, der SSV Saarlouis, bin ich in einem Pokalspiel als A-Jugendlicher eingewechselt worden und habe den Führungstreffer erzielt“, erinnert sich der Bauingenieur, der mit Ehefrau Victoria und Sohn Marlin in Picard lebt. „Gegen wen genau das war, weiß ich aber nicht mehr.“

Ein Blick ins Archiv hilft da: In der dritten Runde des Saarlandpokals in der Saison 2010/11 bezwang Saarlouis als Bezirksliga-Aufsteiger sensationell den damaligen Verbandsligisten SV Karlsbrunn mit 2:0 nach Verlängerung. Noack erzielte in der 115. Minute das 1:0.

Damals agierte der A-Jugendliche, der bei der JFG Saarlouis unter anderem mit Regionalliga-Torjäger Sebastian Jacob vom 1. FC Saarbrücken zusammen spielte, noch als linker Mittelfeldspieler. Mittlerweile ist der 28-Jährige aber – genau wie Ex-Mitspieler Jacob – Vollblutstürmer.

Das erkennt man auch an Noacks aktueller Bilanz: Für seinen derzeitigen Club, den Kreisligisten SV Lisdorf, traf der Saarlouiser in der aktuellen Spielzeit satte 29 Mal ins Schwarze – und das in nur 16 Einsätzen. Vor allem der 13. Oktober wird dem 1,90 Meter großen Offensivakteur in guter Erinnerung bleiben. Gegen die DJK Dillingen traf er zwischen der 10. und 80. Minute sechs Mal – inklusive einem Hattrick innerhalb von sechs Minuten.

„Wenn ich den Ball am Fuß habe, bin ich nur ganz schwer davon zu trennen – und mir braucht niemand mehr zu sagen, wo das Tor steht“, sagt Noack und lacht. Meist lauert er dabei am gegnerischen Strafraum. „Läuferisch bin ich nämlich nicht der Stärkste“, gibt der Torjäger zu.

Mit seinen 29 Treffern führt Noack nicht nur die Torjägerliste der Kreisliga A Saar an – er hat auch die meisten Treffer aller Spieler aus dem Landkreis Saarlouis geschossen. „Das war mir gar nicht bewusst“, zeigt sich Noack erstaunt. Doch die Statistik ist eindeutig: In dieser Wertung liegt der Lisdorfer auf Rang eins – vor Kevin Jung vom SV Wallerfangen (26 Tore) und Bedrudin Vraniqi vom Lisdorfer Ligakonkurrenten SV Felsberg (25 Treffer).

Sollte die Saison, die derzeit wegen der Corona-Pandemie unterbrochen ist, noch fortgesetzt werden, könnte sich Noack zum zweiten Mal in seiner Karriere den Titel des Torschützenkönigs sichern. Den holte der Bauingenieur nämlich schon in der Saison 2017/18, als er für die zweite Mannschaft der SG Saarlouis-Beaumarais 32 Treffer in der Kreisliga A Prims erzielte.

Falls wieder gespielt werden kann, könnte Noack diese Marke locker knacken. Doch ob der Ball noch einmal rollt, da ist der Stürmer eher skeptisch: „Ich denke, es wäre vernünftig, das Ganze einzustellen. Zumindest im Bereich unterhalb der Saarland- oder Verbandsliga, wo der Fußball nur eine hobbymäßige Bedeutung hat.“

Zumindest für Bezirksliga-Absteiger SV Lisdorf wäre ein vorzeitiges Ende der Spielzeit sportlich nicht ganz so schwer zu verkraften. Denn trotz der vielen Tore von Noack sind die Grün-Weißen als Tabellensiebter nicht mehr im Aufstiegsrennen. „Das Ziel des Vereins war es schon, im vorderen Bereich mitzuspielen. Aber wir haben eine ganz junge Mannschaft – und die Teams, die ganz oben stehen, wie der SV Gerlfangen-Fürweiler oder die DJK Saarwellingen, haben einfach mehr Erfahrung“, analysiert Noack.

Trotz des nicht ganz so guten Abschneidens mit dem Team gefällt es Noack, der im Sommer 2019 von Saarlouis-Beaumarais zum SV wechselte, gut bei seinem Club. „Der Verein ist außerordentlich gut aufgestellt“, lobt der 28-Jährige. „Der Vorstand ist sehr präsent, die organisatorischen Dinge laufen perfekt – und die Leute halten zusammen.“ Auch die Motivation in der Mannschaft stimme. Noack berichtet: „Im Winter haben wir auf dem Braschenplatz in Picard trainiert. Von anderen Vereinen kenne ich das so, dass auf dem Hartplatz die Spieler nicht so ins Training kommen. Hier hatten wir 22 Spieler im Training.“

Carsten Noack Foto: Oliver Altmaier Foto: Oliver Altmaier/www.oliveraltmai/Oliver Altmaier/www.oliveraltmaier.de

Obwohl sich Noack beim SV wohlfühlt, ist noch nicht klar, ob er auch kommende Saison noch das Trikot des Kreisligisten tragen wird. „Ich hatte Angebote von Verbands- und Landesligisten, aber meine Entscheidung wird zwischen Lisdorf und meinem Heimatverein SSV Saarlouis fallen“, sagt der Torjäger. Die SG Saarlouis-Beaumarais verließ er im vergangenen Sommer, weil er sich mit der Spielgemeinschaft zwischen dem TuS Beaumarais und der SSV Saarlouis nicht mehr anfreunden konnte. Diese SG wird nun aber aufgelöst (wir berichteten) und der SSV Saarlouis stellt in der Saison 2020/21 wieder ein Team in eigener Regie in der Kreisliga.