Neues Heft Unsere Heimat isat erschienen

Heimatkunde : „Unsere Heimat“ präsentiert neue Ausgabe

Mehrere Beiträge arbeiten wichtige Aspekte aus der Geschichte der Region auf – etwa das Ende des berühmtesten Saarlouisers.

Die Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis hat ihr neues Heft „Unsere Heimat“ vorgelegt. Das Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur und Landschaft besticht wieder durch die Fülle der Bearbeitung historischer Ereignisse bis hin zu gegenwärtigen Forschungen.

Das Titelbild zeigt den berühmtesten Saarlouiser: Michel Ney, der als „Maréchal de France“ im Dienste Napoleons I. stand. Michael Sander (Saarbrücken) erinnert an ihn mit einem sehr informativen Beitrag. Es geht dabei nicht um die soldatische Tapferkeit, sondern vor allem um das schicksalhafte Ende des Saarlouiser Küfer-Sohnes mit seiner Erschießung am 7. Dezember 1815. Wenige Tage zuvor war die Festung Saarlouis von den französischen Truppen an die preußischen Truppen übergeben worden.

In Saarlouis blieb Michel Ney unvergessen. Saarlouiser Bürger setzten sich 1829 dafür ein, an Neys Geburtshaus in der Biergasse eine Plakette mit dem schlichten Text „Ici est né le maréchal Ney“ (Hier ist Marschall Ney geboren) anzubringen. Sander beleuchtet anhand von Dokumenten die Bemühungen der Regierung in Trier beim Oberpräsidenten der Rheinprovinz in Koblenz wegen der Anbringung einer Inschrift am Geburtshaus von Ney. Die Sache landete sogar bei König Wilhelm III. von Preußen, der negativ reagierte. Der reich bebilderte Beitrag führt bis in die Neuzeit: eine historische Arbeit per excellence.

Prof. Dr. Maria und Thomas Besse (Riegelsberg) untersuchen an Hand von Generalkarten von 1790 die Vermessung des Schaumberger Landes. Dabei geht es vornehmlich um die Thalexweiler Banneserben und den „Dörsdorfer Fuß“.

„65 Jahre Wackenbergschule in Saarlouis-Picard“ ist ein von Alex Hawner (Dillingen) bearbeitetes Thema, das vor allem viele ehemalige Schülerinnen und Schüler der damaligen katholischen Volksschule interessieren dürfte. Viele werden sich auf den Fotos wiederfinden. Im Februar 1952 hatte der Saarlouiser Stadtbaurat Focht den Bauentwurf vorgelegt. Das frühere Volksschulgebäude wird heute von der Freien Kunstschule genutzt.

Hans-Gerd Dauster (Siersburg) hat sich wieder in den Archiven der Pariser Arrondissements kundig gemacht. Hier finden sich zahlreiche Namen von Personen, die auch aus den Landkreisen Saarlouis und Merzig-Wadern nach Frankreich ausgewandert waren.

Es gibt zudem einen Rückblick auf die Veranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum der Familienforschung und eine Würdigung des Ehrenmitglieds Gernot Karge. Thomas Turner (Dillingen) zeigt am Beispiel einer Projektwoche des Gymnasiums am Krebsberg in Neunkirchen, wie die Jugend für die Familienforschung interessiert werden kann.

Ein wertvoller Teil der neuen Ausgabe „Unsere Heimat“ sind zudem die sehr ausführlichen Buchbesprechungen von Franz Josef Schäfer (Bensheim) „Preußen an der Saar. Eine konfliktreiche Beziehung (1815-1914)“, „Himmelsgewölbe“ über kunstvoll ausgestattete Deckengewölbe saarländischer Kirchen und von Thomas Gergen (Saarwellingen) über „Ein Juristenleben vom Kaiserreich bis zum Bonner Grundgesetz“.

Am 4. November 1953 war die Einweihung der Katholischen Volksschule in Saarlouis-Picard. Foto: Erhard Grein

Das Heft „Unsere Heimat“ ist ab sofort zum Preis von vier Euro in den Buchhandlungen Pieper (Saarlouis) und Bock & Seip (Saarlouis und Merzig) sowie bei der Vereinigung für Heimatkunde im Landkreis Saarlouis (Landratsamt) erhältlich.