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Neue Heimat für die Flusspolizei

Neue Heimat für die Flusspolizei

Dillingen. Ab sofort ist Dillingen die neue Schaltzentrale für die Wasserschutzpolizei (WSP) des Saarlandes

Dillingen. Ab sofort ist Dillingen die neue Schaltzentrale für die Wasserschutzpolizei (WSP) des Saarlandes. Von der gestern eingeweihten Dienststelle im Industriegebiet Nord aus überwachen zehn Beamte die ganze Saar von Saargemünd in Frankreich bis Saarhölzbach an der Grenze zu Rheinland-Pfalz (etwa 80 Kilometer) sowie das saarländische Stück der Mosel von Schloss Thorn bis zur Schleuse Apach (rund zehn Kilometer). Aus beengten Verhältnissen in Beckingen, in denen nicht einmal das kleine, wendige Sportkontrollboot auf einem Trailer überwintern konnte, ist die WSP in moderne Räume gezogen. Für hervorragende Arbeit und viel Geduld im alten Domizil dankte Innenminister Klaus Meiser den Polizisten. "Sicherheit kann nicht nach Kassenlage beurteilt werden. Die Polizei wird von den jährlichen Einsparungen ausgenommen", betonte er bei der Einweihung durch die Polizeiseelsorger Rolf Dillschneider von katholischer und Christine Unrath von evangelischer Seite. Finanznöte sind aber Dauerthema der Wasserschutzpolizei, die nach dem Ausbau der Saar zur Bundeswasserstraße 1987 notwendig geworden war."Es war ein schwieriger Anfang: Wir mussten bei Null beginnen, hatten kein Personal, keine Räume, keine Schiff", blickte Ulrich Schmal, Stellvertreter des Landespolizeidirektors Paul Haben, zurück. Ständige Mühen mit BootDamals sei Haben nach Mainz geschickt worden, um im Nachbar-Bundesland "die Wahrnehmung der wasserschutzpolizeilichen Aufgaben vom Land aus zu prüfen". Ganz ohne Schiff lassen sich Schiffe nicht kontrollieren, stellte dieser nicht ganz unerwartet fest. Doch zuerst wurde aus Kostengründen ein betagtes Boot für den Streifendienst aus Niedersachsen gekauft, das nicht lange überlebte. 1997 folgte ein ausrangiertes Boot aus NRW. "Ich kann den Finanzstaatssekretär Gerhard Wack nur intensiv anschauen: Das 30 Jahre alte Boot macht uns Probleme", sagte Michael Buchinger, Leiter der Wasserschutzpolizei in der Feierstunde. "Wir konnten nicht mehr verantworten, die Maschine laufen zu lassen, sie hat das Öl rausgehauen. Wir können nicht Wasserschutzpolizei heißen und das Gewässer selbst verschmutzen." Derzeit wird das Schiff repariert, ein neues - für 600000 Euro, wie Meiser schätzte - ist nicht in Sicht. So freut man sich ersteinmal an den Möglichkeiten in den neuen Räumen: "Was aus der Wasserschutzpolizei geworden ist, sollte uns stolz machen", sagte Schmal. "Ihre Leistungen werden noch steigen, schon weil hier in Dillingen die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigt." Meinung

Kein Wasser unterm Kiel

Von SZ-Redakteur Harald Knitter Die neuen, zeitgemäßen Räume in Dillingen sollen Arbeitsmoral und Leistungsstärke der Wasserschutzpolizei fördern. Doch muss sie sich mit einem 30 Jahre alten Schiff über Wasser halten. Das liegt wegen Reparaturen mal wieder an Land. Bei ihrer Einrichtung wurde sogar ernsthaft geprüft, ob eine Wasserschutzpolizei nicht ohne Boot auskommt... Soll sie mit Kanonen am Ufer die Schiffe zum Halten zwingen? Der Unfall mit der Stromleitung hat gerade erst gezeigt, wie wichtig die Polizei auf dem Fluss ist. Da spart das Land doch an falscher Stelle. Auf einen BlickBei der Wasserschutzpolizei überwachen zehn Beamte im Zwei-Schicht-Dienst die Schifffahrt. Zudem müssen sie am zugehörigen Land, also Ufer, Hafen, Schleusen, Werften, sich um normale Polizeiarbeit kümmern, das heißt im Zweifel auch um Diebstähle oder Fahrradunfälle auf dem Leinpfad. Ihre Dienststelle ist in der Dieselstraße 1, 66763 Dillingen, Tel. (06831) 7699-373, Fax 7699-380. Außerhalb ihrer Dienstzeit ist die normale Polizei der Ansprechpartner. kni