Warten auf den Solarpark für Körprich

Nalbach/Körprich. Rat und Bürgermeister hoffen, den Antrag noch vor dem 30. Juni beim saarländischen Umweltministerium einreichen zu können. Denn ab 1. Juli soll nach Plänen der Bundesregierung die Förderung für Solarparks auf Ackerflächen wegfallen

Nalbach/Körprich. Rat und Bürgermeister hoffen, den Antrag noch vor dem 30. Juni beim saarländischen Umweltministerium einreichen zu können. Denn ab 1. Juli soll nach Plänen der Bundesregierung die Förderung für Solarparks auf Ackerflächen wegfallen. "Wenn die Förderung wegfällt, wird der Investor, die 1A-Solar GmbH aus Schweinfurt, sein Angebot sicherlich nicht aufrechterhalten", befürchtet Bürgermeister Patrik Lauer. Pläne liegen offenDie Pläne sind jetzt offen gelegt und können eingesehen werden. "Bis 30. Mai können noch Einwände vorgebracht werden", erläutert Lauer. Dann muss der Investor die Genehmigung beim saarländischen Umweltministerium einholen. Ist die Genehmigung erteilt, kann erst der Antrag auf Förderung gestellt. Wenn alles gut geht, ist die Gemeinde Nalbach ihrem Ziel, Null-Emissions-Gemeinde zu werden, einen großen Schritt näher. Dann soll der Solarpark in der Nähe von Körprich entstehen. Da durch das Aufstellen der Solarzellen per Gesetz ein Eingriff in die Natur erfolgt, werden als Ausgleich rund um den Solarpark Hecken gepflanzt. Steht die Anlage, soll sie pro Stunde maximal 2,6 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. "Das ist mehr als ein Windrad", ergänzt Michael Klein, zuständig für den kommunalen Klimaschutz der Gemeinde Nalbach. Eine moderne Windkraftanlage produziere zwei Megawatt. Der Solarpark alleine würde etwa mehr als ein Siebtel des Strombedarfs der Gemeinde decken. "550 Haushalte mit drei Personen verbrauchen 2,2 Millionen Kilowattstunden, und Nalbach hat 3500 Haushalte", rechnet Bürgermeister Lauer vor. "Wenn auch noch die drei Windkraftanlagen auf den Hoxberg kommen, dann bezieht die Gemeinde ihren Strom nur von regenerativen Energien", erläutert Michael Klein. Das schließe auch die Fotovoltaik-Anlagen auf den Dächern von Privatleuten ein.Wärmelieferant GemeindeEtwas steiniger ist noch der Weg zum zweiten Standbein des Konzepts der Null-Emissions-Gemeinde: das Nahwärmekonzept. Erster Schritt ist die Errichtung so genannter Wärmeinseln. Hinter der Litermonthalle werden nach Angaben von Michael Klein ein Wärmekraftwerk auf der Basis von Holzhackschnitzeln und ein ergänzender Gasbrenner entstehen. Kosten für die gemeinde: rund 440 000 Euro (wir berichteten). Klein: "Das wird noch in diesem Jahr fertig werden." Dann beziehen das Rathaus die Litermonthalle, die Erweiterte Realschule und der Kindergarten ihre Wärme von der Gemeinde. Das Besondere daran, sagt Lauer: "Die Wertschöpfung liegt bei der Gemeinde als Wärmelieferant." Deshalb plant die Gemeinde schon den nächsten Schritt. Der Bürgermeister: "Wir spielen mit dem Gedanken, eine Null-Emissions-GmbH zu gründen. Alle wirtschaftlichen Aktivitäten im Bereich kommunaler Klimaschutz würde darin gebündelt." Derzeit werde noch geprüft, ob sich das wirklich rechnet. Meinung

Ein Schritt vor, keiner zurück

Von SZ-RedakteurinDörte Grabbert Entsteht der Solarpark in Körprich, ist das ein Sieben-Meilen-Schritt hin zum Ziel der Null-Emission-Gemeinde. Doch es bleibt nicht mehr viel Zeit. Selbst wenn die Gemeinde sich beeilt, muss der Investor sich noch beim Umweltministerium eine Genehmigung holen. Erst dann kann der Antrag auf Förderung eingereicht werden. Und auch die Windräder am Hoxberg sind noch nicht in trockenen Tüchern. Hier muss sich die Gemeinde noch mit Lebach einigen. Die Stadt hatte den Ortsteil Hoxberg als reines Wohngebiet deklariert. Bleibt sie bei dem Entschluss, dürfen die Windräder nicht errichtet werden. Das wiederum würde Nalbach arg zurückwerfen. Noch ist das Null-Emissions-Ziel also im Schwebezustand.