Flüchtlingshilfe: Veronika Walmroth und die Syrer

Flüchtlingshilfe : Veronika Walmroth und die Syrer

Veronika Walmroth und ihre Familie engagieren sich in vielfältiger Weise für syrische Flüchtlinge. Nun feierte man ihren 70. Geburtstag.

„Es war eine ganz tolle Feier bis in den späten Abend. Meine syrischen Familien haben alle in mein Gästebuch geschrieben, mein Mann hat sogar syrische Musik und einen kleinen Film vorbereitet“, schwärmt Veronika Walmroth von ihrer Party zum 70. Geburtstag. Gleich zweimal hatte die Nalbacherin gefeiert, erst mit ihrer Familie, dann mit rund 70 syrischen Gästen. Und die, erzählt ihr Mann Hans-Jürgen, haben ihre Syrer-Mama Veronika so richtig hochleben lassen. Über ihr Engagement hatte auch die Saarbrücker Zeitung berichtet. Gleich am nächsten Morgen begann das Telefon zu klingeln, leerstehende Wohnungen und Häuser wurden ihr angeboten, daneben gab es auch viele Anrufer, die Möbel spenden wollten.

Nach wie vor, betont Walmroth, ist sie sehr positiv überrascht von dem guten Zustand, in dem die Möbel fast immer sind. Und so gab es nach der Feier keine Verschnaufpause für die Walmroths, vielmehr hieß es, sich gleich wieder auf den Weg zu machen. Möbel abbauen, verstauen, zwischenlagern oder auch gleich wieder an neuer Stelle aufbauen, das plant und organisiert Hans-Jürgen Walmroth täglich. „Hier muss ich ganz klar sagen, dass wir das ohne die Hilfe meines Bruders und Schwagers, gemeinsam Inhaber der Firma Neue Raum- und Umweltpflege aus Saarwellingen, niemals bewerkstelligen könnten. Wir bekommen die Fahrzeuge und können die Möbel transportieren“, sagt er.

Zum Gespräch hat sich die SZ nun bei Belal Alzoubi in Diefflen getroffen. Mit seiner Frau Nedaa wird er hier eine Dachgeschosswohnung im Elternhaus von Marie-Therese Zimmer, mit der die Walmroths bei der Wohnungssuche eng zusammenarbeiten, beziehen. Ein Bett, eine Couch, auch schon ein kleiner Schrank sind aufgebaut, die Küche gleicht dagegen eher einer Möbelkammer. Hans-Jürgen Walmroth hat den Akkubohrer mitgebracht, erklärt Alzoubi den Umgang, denn er will selbst die Lampen in der Wohnung anbringen. Unterstützung erhält er von den syrischen Flüchtlingen, die Dank Veronikas Walmroth längst zu einer Familie zusammengewachsen sind. Die Zusammenführung klappte dann besonders gut am vergangenen Mittwochnachmittag. Fast 40 Kinder, dazu ihre Eltern, waren zu einem abwechslungsreichen Nachmittag in die Kids‑World nach Saarlouis eingeladen. Und das kam so: Der Inhaber des Indoor-Spielplatzes ist ein Bekannter von Marie-Therese Zimmer und hat sich nach dem Zeitungsbericht gleich bei ihr gemeldet und alle syrischen Familien, die die Walmroths betreuen, für einen Nachmittag eingeladen. Schließlich überzeugte sich am Mittwoch Kids-World-Seniorchef Heiner Sonnier persönlich vom Spaß, den der Nachmittag den Familien bereitete. „Für uns waren das keine großen Überlegungen. Es ist doch schön, den Familien eine Freude zu machen. Und es ist wunderbar, dass es solche Frauen wie Veronika Walmroth gibt, die sich so sehr einsetzen“, sagte Sonnier. Unendlich dankbar über die Einladung war unter anderem Firas Idrees. Seit zwei Jahren ist er in Deutschland, inzwischen sind seine Frau und die beiden Söhne nachgekommen. „Sie sind seit neun Monaten hier und immer nur zu Hause. Da ist es schön, dass sie endlich mal rauskommen“, sagte er.

Das konnte Ahmad Alzoubi nur bestätigen. „Das ist heute wirklich sehr schön für unsere Kinder“, erklärt er. Das Lachen der Kinder, schon das allein dürfte sicherlich Ansporn für die Familie Walmroth sein, auch zukünftig weiter den Menschen zu helfen. „Die nächste Küche haben wir schon im Visier, die müssen wir in den nächsten Tagen abbauen“, sagte Hans-Jürgen Walmroth.

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