Primssteg: Ungewisse Zukunft für den Primssteg

Primssteg : Ungewisse Zukunft für den Primssteg

Derzeit wird über den Zustand der historischen Brücke und ihre Zukunft im Nalbacher Rat diskutiert: Sanierung, behindertengerechte Ertüchtigung oder Ersatz kommen infrage.

Eines ist jetzt schon sicher, der Primssteg wird richtig teuer. Auf beinahe eine halbe Million Euro werden die Kosten geschätzt, um die Verbindung zwischen Piesbach und Bilsdorf zu erneuern. Aber wie viele Menschen das Bauwerk nutzen, darüber ist nichts bekannt, war auf Anfrage bei Bürgermeister Peter Lehnert zu erfahren. Auch den touristischen Nutzen des rund 40 Meter langen und 1,6 Meter breiten Überganges über die Prims kenne man nicht.

Den Vorläufer errichteten 1923 Piesbach-Bettstadter Berg- und Hüttenarbeiter mit Hilfe der Gemeinde aus Holz. In den Jahren 1942/43 wurde wieder ein Holzsteg errichtet, 1951 entstand eine Eisenkonstruktion, die 1953 mit Betonschwellen versehen wurde. Diese schmale Brücke verkürzte den Weg von Piesbach zum Bahnhof Bilsdorf/Körprich um etwa zwei Kilometer.

Bahnhof und Bahnstrecke sind längst stillgelegt. Die Menschen bewältigen ihre Wege zu Einkauf, Arbeit oder Freizeitgestaltung überwiegend mit dem Auto. Und dass der Primssteg auch instand gehalten werden müsste, hatte für Verwaltung und Fraktionen im Rat keine Priorität. Im Frühjahr 2016 folgte dann die Sperrung des marode und rostig gewordenen Steges. „Wesentliche tragende Elemente sind schon zu etwa 50 Prozent weggerostet“, sagte damals Bürgermeister Lehnert.

In einer Ratssitzung im September 2016 schlug er als Alternative die flussabwärts liegende Primsbrücke auf dem Gelände der Firma Arweiler vor. Der Widerspruch aus dem Rat verwies auf gewachsene historische Wege, und dass es 769 Meter vom jetzigen Primsteg weg sei. Sollte der später doch wieder aktiviert werden, sei das der Bevölkerung schwer zu vermitteln.

Bürgermeister Lehnert sieht immer noch die Kostenfrage als wesentlichen Punkt. Selbst wenn jetzt beachtliche Fördermittel von Ministerien zur Verfügung gestellt werden, seien es Steuergelder, die an anderen Stellen fehlten. „Die Alternative wäre halb so teuer, auch beim Unterhalt. Denn wir werden künftig unsere Brücken regelmäßig prüfen und unterhalten müssen.“

Nach bisherigem Stand solle der Primssteg noch in diesem Jahr angegangen werden. „Aber wir können die Verfahren nicht beschleunigen“, sagte Lehnert. Erst müsse der Nachtragshaushalt der Gemeinde vom zuständigen Landesverwaltungsamt genehmigt werden. Dann gehe es um Angebote sowie um Maßnahmegenehmigungen durch Ministerien. Zumindest das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, LUA, habe inzwischen seine Genehmigung erteilt.

Für die Erneuerung des Primssteges ist wegen Hochwassers eine Erhöhung um etwa einen Meter vorgesehen. Das zu niedrige Geländer soll für Radfahrer von etwa 40 Zentimetern bis auf 1,35 Meter erhöht werden. Zudem sei eine Beleuchtung erforderlich. Weil der Übergang behindertengerecht werden soll, käme es zur Verlängerung um etwa 30 Meter auf dann rund 70 Meter. Zu welchen dauerhaften Unterhaltskosten das führen werde, konnte Lehnert derzeit nicht beantworten.

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