Triumph der alten Dame

Piesbach. Neun anspruchsvolle Wertungsprüfungen, schwierige Schotterpassagen und dazu strahlender Sonnenschein. Die 20. ADAC-Litermont-Rallye war eine heiße Sache - und eine Herausforderung für Mensch und Material. Nur 38 der 56 gestarteten Teams sahen die Zielrampe

Piesbach. Neun anspruchsvolle Wertungsprüfungen, schwierige Schotterpassagen und dazu strahlender Sonnenschein. Die 20. ADAC-Litermont-Rallye war eine heiße Sache - und eine Herausforderung für Mensch und Material. Nur 38 der 56 gestarteten Teams sahen die Zielrampe. An der Spitze tobte ein Kampf, der die Zuschauer mitriss: Ex-Rallyecross-Champ Jan Becker und der vierfache deutsche Rallye-Meister Hermann Gaßner gaben das Tempo vor. Gaßner, der bei der "Liter-Monte" nach den Siegen in 2007 und 2008 eigentlich den Hattrick angepeilt hatte, allerdings erst mit Verspätung: "Wir hatten auf der ersten Wertungsprobleme ein Problem mit dem Turbolader. Das Auto kam nicht richtig auf Touren. Das konnten wir dann aber im Service reparieren."Gaßner gibt GasBis dahin hatte Gaßner fest 40 Sekunden verloren, doch dann begann die Aufholjagd: Gaßner und seine Co-Pilotin Karin Tannhäuser hetzten den führenden Becker vor sich her und schoben sich nach Ende des zweiten Durchgangs auf ihrem Mitsubishi Evo X bis auf 16 Sekunden an den Führenden heran. "Das Problem ist, dass wir hinten rechts einen Schaden an der Aufhängung haben und das Auto quasi versetzt fährt. Aber ich werden versuchen den Vorsprung zu halten", sagte Becker. Doch auch nach der Reparatur an seiner "alten Dame", wie er den inzwischen zehnjährigen Lancer liebevoll nennt, konnte Becker den anstürmenden Gaßner nicht halten. Auf Wertungsprüfung sieben (Hoxberg) ging Gaßner erstmals in Führung - mit 2,4 Sekunden. Doch dann ereilte den vierfachen deutschen Rallye-Meister auf der neunten Wertungsprüfung das Pech: Kupplungsschaden schon am Start.Die Enttäuschung stand Gaßner ins Gesicht geschrieben: "Es ist nicht zu fassen, bis zum Start der letzten Prüfung gab es keine Anzeichen auf ein Problem mit der Kupplung oder dem Getriebe." Becker nutzte seine Chance und sicherte sich schließlich den Sieg.Ähnlich wie Gaßner war auch Carsten Alexy, der als Führender des Rallye-Masters an den Litermont gereist war, nicht zufrieden mit dem Verlauf der Rallye. Der Pilot eines Audi S 2 quattro S ärgerte sich: "Auf der vierten Wertungsprüfung hatte ich einen Plattfuß, und wir mussten den Reifen auf der WP wechseln. Das kostete noch einmal fünf oder sechs Minuten." Platz 14 war es am Ende für den Führenden der Masters-Serie.Einer war dagegen überglücklich: Uwe Gropp vom MSC Schiffweiler hatte auf seinem Citroen C2R2 eine großartige Leistung abgeliefert und landete mit seinem Beifahrer Harald Korz auf dem siebten Platz: "Vor dem Start war es unser Ziel, unsere Klasse zu gewinnen. Dass es jetzt auch im Gesamtklassement so gut lief, war eine tolle Sache. Auf der letzten Prüfung fuhren wir im Nebel des verrauchenden Turboladers von Dirk Klemund, das hat uns vielleicht noch einen Gesamtplatz gekostet."Hohlochs Blindflug Probleme der etwas anderen Art hatte hingegen das Ehepaar Hohloch aus Saarbrücken: "Sabine hat heute so schlimm Heuschnupfen, dass sie zeitweise keine Angaben zur Strecke mehr machen kann. Daher muss ich zum Teil im Blindflug durch die Wertungsprüfungen", erzählte Fahrer Joachim Hohloch. Im Endergebnis landeten die pollengeplagten Saarbrücker auf dem zwölften Platz.

Auf einen BlickGesamt-Ergebnis der 20. ADAC Litermont Rallye: 1. Jan Becker/Bernhard Ettel (Hamburg/Wien) Mitsubishi Lancer Evo, 1:16:10,30 Stunden; 2. Hermann Gaßner/Karin Tannhäuser (Surheim) Mitsubishi Lancer Evo 1:38,40 Minuten zurück; 3. Patrick Gengler/Katia Gengler (Luxemburg) Subaru Impreza, 3:38,70 Min. zurück.Rallye 200, Lauf zur Saarlandmeisterschaft: 1. Heinz Muntermann/Andreas Emig (MSC Rodenstein) Mitsubishi Lancer Evo, 23:14,70 Minuten; 2. Sven Langenfeld/Kerstin Pohl (Spiesen/Hirtel) Honda Civic Typ R, 16,3 Sekunden zurück; 3. Ingo Hanika/Peter Bechthold (Biebertal) VW Golf III, 37,20 Sek. zurück; 4. Stefan Malter/Cornelia Maas (Dillingen/Illingen) Peugeot 306, 54,10 Sek. zurück; 5. Ludwig Harald/ Katja Hermann (Merzig/Mettlach) Mazda BF2, 87,70 Sek. zur. red