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Stolpersteine sollen die Erinnerung an Nalbacher Juden bewahren

Torben Kloß und Lara Arand (von links) aus der Klasse 9c der Schule am Litermont stellten das Projekt Stolpersteine zur Erinnerung an die Verfolgung, Vertreibung und Ermordung von Nalbacher Juden stellvertretend für ihre Klasse vor, rechts Geschichts- und Deutschlehrerin Jennifer Willeke. Foto: Dieter Lorig
Torben Kloß und Lara Arand (von links) aus der Klasse 9c der Schule am Litermont stellten das Projekt Stolpersteine zur Erinnerung an die Verfolgung, Vertreibung und Ermordung von Nalbacher Juden stellvertretend für ihre Klasse vor, rechts Geschichts- und Deutschlehrerin Jennifer Willeke. Foto: Dieter Lorig FOTO: Dieter Lorig
Nalbach. Schülerinnen und Schüler der Schule am Litermont haben in der Nalbacher Turnhalle ein neues Projekt öffentlich vorgestellt. Mit zehn so genannten Stolpersteinen werden sie in Nalbach die letzten Wohnorte verfolgter Juden während der NS-Zeit kennzeichnen. Dieter Lorig

Mit der Verlegung von so genannten Stolpersteinen soll in Nalbach an die Vertreibung und Vernichtung der dort vor 1940 ansässigen Juden erinnert werden. In das Projekt "Kunstdenkmal Stolpersteine" des Kölner Künstlers Gunter Demnig sind die "Schule am Litermont " (ERS), die Gemeindeverwaltung und das St. Wendler Adolf-Bender-Zentrum eingebunden.

Bei der öffentlichen Vorstellung des Projektes in der alten Nalbacher Turnhalle informierten Torben Kloß (15) und Lara Arand (14) aus der ERS-Klasse 9c über Details des Projektes. Demnach ist geplant, in Nalbach zehn Stolpersteine jeweils an den letzten frei gewählten Wohnorten verfolgter und deportierter Juden zu verlegen.

"Mit den verlegten Stolpersteinen vor den Häusern wird deutlich, dass diese Menschen mitten unter uns lebten", sagte Bürgermeister Lehnert. Er lege besonderen Wert darauf, dass nur dort Steine verlegt werden, wo hierüber Einvernehmen mit den Hauseigentümern bestehe.

15 Schüler und Schülerinnen der ERS Nalbach arbeiten in den nächsten Monaten gemeinsam mit ihrer Deutsch- und Geschichtslehrerin Jennifer Willeke und Uwe Albrecht vom Bender-Zentrum die Geschichte der Nalbacher Juden auf.

Die Ergebnisse werden die Schüler schriftlich und in einem selbst gedrehten Videofilm dokumentieren. Jeder der 96 mal 96 Millimeter großen Stolpersteine kostet 120 Euro. Für sechs Steine gebe es bereits private Sponsoren, teilte Bürgermeister Lehnert mit. Weitere Sponsoren seien willkommen.

Geplant ist, die Stolpersteine in Nalbach während des Schuljahres 2015/16 zu verlegen. Allein im Saarland sind bereits in 36 Städten und Gemeinden Gedenksteine des Künstlers Demnig verlegt worden. Die quaderförmigen Betonsteine haben auf der Oberseite eine beschriftete Messingplatte. Darauf steht unter anderem der Name von Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert und ermordet wurden.