Steg-Sanierung liegt weiter auf Eis

Steg-Sanierung liegt weiter auf Eis

Zum Überspringen zu breit, zum gemütlichen Durchwaten zu tief. Deshalb entstand bereits 1923 zwischen Piesbach und Bilsdorf eine erste Brückenkonstruktion über die Prims. Dieser Übergang ist seit Monaten gesperrt.

"Es waren Instandsetzungen vorgesehen", sagte Nalbachs Bürgermeister Peter Lehnert in der ersten Gemeinderatssitzung nach den Sommerferien. "Aber wesentliche tragende Elemente sind schon zu etwa 50 Prozent weggerostet." Laut Gutachten sei der so genannte Steg nicht mehr zu retten. Der verbindet die Brückenstraße in Bilsdorf mit der Straße Zum Steg in Piesbach-Bettstadt.

Den Vorläufer errichteten 1923 Piesbach-Bettstadter Berg- und Hüttenarbeiter mit Hilfe der Gemeinde aus Holz . 1951 wurde daraus eine Eisenkonstruktion gemacht und 1953 mit Betonschwellen versehen. Die Brücke verkürzte den Weg von Piesbach zum Bahnhof Bilsdorf/Körprich um etwa zwei Kilometer.

Rund 400 000 Euro stehen derzeit als Kostenschätzung für die neue Brücke im Raum. "Sie wissen, wie unsere Haushaltslage ist", sagte Lehnert. Die Brücke "war bei Hochwasser schon mal geflutet", erläuterte der stellvertretende Bauamtsleiter Albert Wender. Davon stammen Schäden an der Konstruktion durch Schwemmgut. Deshalb müsse sie 100 Zentimeter höher gelegt werden.

Behindertengerechter Bau

Die Breite von 1,6 Meter soll bleiben, die neue Höhe führe jedoch zu einer größeren Länge. Auch, weil man die Überquerung behindertengerecht halten wolle. Aus bislang rund 40 Metern werden dann 73 Meter. Das mit etwa 40 Zentimetern zu niedrige Geländer müsse für Radfahrer bis auf 1,35 Meter erhöht werden. Zudem sei eine Beleuchtung erforderlich. Die acht Brückenpfeiler bleiben erhalten. Darauf kommen sieben Brückenelemente aus Stahlblech auf einer Konstruktion aus Stahlträgern. Die Stahlprofile werden verzinkt, der Brückenbelag mit einer Beschichtung rutschsicher gemacht. Zu berücksichtigen sei noch eine Druckleitung der EVS an der Brücke.

Stahl günstiger als Holz

Holz werde in der Pflege zu aufwändig und teuer, sagte Lehnert. Für die Stahlbrücke rechnet die Gemeinde insgesamt mit 37 Tonnen Material.

Als Alternative erwähnte Lehnert die flussabwärts gelegene Primsbrücke auf dem Gelände der Firma Arweiler. Die herzurichten erfordere womöglich "nur 150 000 Euro". Dort könne man auch den Prims-Theel-Radweg integrieren. Aber das sei vielleicht auch nur eine Lösung auf die Schnelle. Wenn die Gemeinde wieder Geld hätte, könne dann der Steg angegangen werden.

"Ich hab' den Vorschlag jetzt zum ersten Mal gehört", sagte Piesbachs Ortsvorsteher Josef Mees. Die Brücke von Arweiler sei das Eine, dann müssten aber auch Parkplätze angelegt werden und Zuwegungen. Sollte später der Steg folgen, "wie wollen Sie das den Bürgern vermitteln?". Mit dem Steg seien auch historische Wege entstanden, erinnerte Thomas Schmitt , CDU . Den könne man nicht einfach am Reißbrett um 769 Meter verlegen.

In drei Ortsräten, sagte SPD-Fraktionschef Albert Steinmetz, "hat es ein starkes Votum gegeben für die Steg-Lösung". Seiner Meinung nach solle man das Thema "sachlich und ruhig in den Fraktionen beraten". Bis Oktober gebe es genauere Zahlen zu Kosten und Zuschüssen, sagte Lehnert. Danach will der Rat erneut über eine Lösung diskutieren.