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Sparda und KfW sind die PartnerEin Überblick über die staatlichen Fördermöglichkeiten

Sparda und KfW sind die PartnerEin Überblick über die staatlichen Fördermöglichkeiten

Nalbach/Saarlouis. Ein Traumhaus kostet Geld, sehr viel Geld. Aus der Portokasse zahlt das kaum jemand. Die meisten Menschen müssen sich diesen Traum mit Hilfe von Krediten finanzieren. Auch die Familie Dräger-Pitz aus Nalbach.Circa 440 000 Euro soll nach der Berechnung der Architektin Tanja Schreiner-Zöllner aus Wadgassen das Projekt kosten

Nalbach/Saarlouis. Ein Traumhaus kostet Geld, sehr viel Geld. Aus der Portokasse zahlt das kaum jemand. Die meisten Menschen müssen sich diesen Traum mit Hilfe von Krediten finanzieren. Auch die Familie Dräger-Pitz aus Nalbach.Circa 440 000 Euro soll nach der Berechnung der Architektin Tanja Schreiner-Zöllner aus Wadgassen das Projekt kosten. "Im Mai 2009 habe ich angefangen, mich umzuhören, welche Bank als Partner infrage kommt", erinnert sich Thomas Dräger-Pitz. Über Mund-zu-Mund-Propaganda erfuhr er von der Sparda-Bank in Saarlouis. Über die Empfehlung eines Kollegen kam der Kontakt zu Jürgen Engel zustande.

Die Beiden fanden schnell zusammen, auch "weil das Angebot der Sparda-Bank damals konkurrenzlos günstig war", sagt Dräger-Pitz. "Zu einer Finanzierung gehört ein gewisses Vertrauen", meint auch Jürgen Engel, Gebietsleiter der Sparda-Bank. Denn die Partnerschaft bestehe über die ganze Bauzeit hinweg. "Zum Vertrauen gehört auch, dass wir aktiv zinsgünstigere öffentliche Kredite anbieten", erklärt Engel. Etwa die Kredite der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW).

Der Finanzberater muss aber nicht nur Ahnung von Krediten sondern auch vom Bauen haben. "Ein Finanzberater muss eigentlich einmal im Leben einen Neubau vollzogen haben. Damit er mit dem Kunden auf einer Ebene ist und richtig beraten kann", erläutert Engel. Werden zum Beispiel die Eigenleistungen zu hoch eingeschätzt, kann das in einer späteren Bauphase zu Problemen führen. Nämlich dann, wenn doch Firmen engagiert werden müssen und der Kredit nicht mehr ausreicht. Engel: "Wir haben auch die Verpflichtung, den Kunden zu schützen. Denn ein Neubau birgt viele Risiken." Für die Familie Dräger-Pitz bedeutet dies: Die Bank bleibt während der gesamten Bauzeit Partner. Engel: "Wir lassen uns Nachweise über den Baufortschritt geben, wie Fotos, Schreiben vom Architekten. Zur Not fahren wir auch mal kurz auf der Baustelle vorbei."

Eine weitere Faustregel bei der Kreditvergabe für den Hausbau: Das, was der Kunde an monatlicher Belastung eingeht, sollte ungefähr dem entsprechen, was er vorher Miete gezahlt hat. Engel: "Ein Puffer oder Notgroschen muss immer da sein."

Eine wichtige Rolle spiele auch das Eigenkapital. "Wir übernehmen höchstens eine 80-Prozent-Finanzierung", begründet Engel. Der Rest müsse durch eigene Investition und Eigenleistung erbracht werden. Bei Familie Dräger-Pitz war das kein Problem.

Ein weiterer Pluspunkt für die Nalbacher war, dass sie gemeinsam mit der Architektin Tanja Schreiner-Zöllner alle Handwerkerleistungen selbst ausschreiben. Und der Bauleiter, ein Freund der Familie, hilft, die Preise mit den Handwerkern zu verhandeln (wir berichteten). Das spart, wenn man es richtig anstellt, Geld und zählt für die Sparda-Bank in diesem Fall auch als Eigenleistung, meint Gebietsleiter Jürgen Engel.

Thomas Dräger-Pitz wollte sich zusätzlich um eine Wohnraumförderung für kinderreiche Familien der Saarländischen Investitionskreditbank (SIKB) bemühen. Ebenfalls ein zinsgünstiges Darlehen. Nach enger Zusammenarbeit über sechs Monate hinweg mit der Architektin und der Sachbearbeiterin bei der SIKB hat das am Ende doch nicht funktioniert. Grund: Die Bewilligungsstelle beim Finanzministerium hatte bei der abschließenden Prüfung des Antrages festgestellt, dass der Neubau um 45 Quadratmeter Wohnfläche zu groß und damit nicht mehr förderwürdig war.

Deshalb setzt sich die Finanzierung des Nalbacher Traumhauses aus folgenden Bausteinen zusammen: 100 000 Euro von der KfW-Bank für allgemeine Wohnraumförderung und 50 000 für energiesparendes Bauen mit dem sogenannten Kfw-70-Haus. Der Rest wird über die Sparda-Bank sowie durch Eigenleistung und Eigenkapital abgedeckt. Insgesamt bewegen sich die Zinsen für die einzelnen Darlehen effektiv auf zehn Jahre fest zwischen 2,99 und 3,40 Prozent.

Derweil hofft die Familie, dass es bald mit dem Rohbau losgehen kann. Denn aufgrund der Witterung ruht die Baustelle seit Anfang Dezember. Die baufreie Zeit nutzen die Nalbacher, um sich um die Versicherungen für Haus und Bau zu kümmern. > wird fortgesetzt

Kreis Saarlouis. Wer ein eigenes Haus bauen will, hat die Möglichkeit, staatliche Förderung zu bekommen. Die kann in Form von Zuschüssen gewährt werden, etwa beim energieeffizienten Bauen, oder als zinsgünstiges Darlehen.

KfW unterstützt bundesweit

Förderung für alle Bundesbürger gibt es bei der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW). Kredite oder Zuschüsse gibt es für die energetische Sanierung von Wohngebäuden, den Ersterwerb von saniertem Wohneigentum, den senioren- und behindertengerechten Umbau sowie die Nutzung erneuerbarer Energien. Außerdem gibt es KfW-Effizienzhäuser wie etwa das KfW-70-Haus der Familie Dräger-Pitz aus Nalbach. Das bedeutet, dass das Haus 30 Prozent weniger Primärenergie wie Öl, Gas oder Kohle im Jahr als ein vergleichbarer Neubau benötigt und zum Teil auf erneuerbare Energien zurückgreift. Mehr Infos gibt's auf der Internetseite der KfW-Bank oder bei der eigenen Hausbank.

SIKB hilft Saarländern

In jedem Bundesland gibt es für private Bauherren außerdem gesonderte Förderung für den Hausbau und die Sanierung. Im Saarland ist dafür die Saarländische Investitionskreditbank (SIKB) zuständig. dög

Infos zu den Krediten gibt es bei der KfW-Bank unter Tel. (01 80) 1 33 55 77 und bei der SIKB unter Tel. (01 80) 5 73 03 30 oder im Internet.

Auf einen Blick

In unserer Serie "Wir bauen uns ein Haus" begleiten wir die Familie Dräger-Pitz beim Bau eines Eigenheims im Neubaugebiet "Am Zimmerbach" in Nalbach. Die Familie, das sind Thomas Dräger-Pitz, Polizist, Angela Pitz, Kauffrau für Bürokommunikation, Robin (13), Tara (12), Louisa (7) sowie die Zwillinge Johanna und Maria (4).

 Jürgen Engel. Foto: Ruppenthal
Jürgen Engel. Foto: Ruppenthal

Wir berichten in weiteren Teilen unter anderem über die Baufortschritte und das Thema Versicherung. dög