So führte Napoleon Ferngespräche

So führte Napoleon Ferngespräche

Mitglieder des Vereins Optische Telegrafenstation Litermont erklären am Sonntag Historie und Funktionsweise der Telekommunikations-Einrichtung. Anlass ist der internationale Museumstag am 17. Mai.

Der Verein "Optische Telegrafenstation Litermont " beteiligt sich erstmals am internationalen Museumstag an diesem Sonntag, 17. Mai. Der Nachbau der napoleonischen Telegrafenstation auf dem Litermontplateau ist von 11.30 bis 17 Uhr zugänglich. Wie der Vorsitzende Bernhard Mommenthal mitteilt, erläutern Vereinsmitglieder Historie und Funktionsweise der Telekommunikations-Einrichtung.

Der ursprüngliche Telegraf auf dem Litermont , eine Erfindung des Franzosen Claude Chappe , war Bestandteil einer militärischen Kommunikationslinie Napoleons von Paris über Metz nach Mainz. Die Station wurde 1813 in Betrieb genommen. Mit dreh- und neigbarer Zeigerbalken wurden Figuren dargestellt, die eine codierte Information enthielten. Personal auf benachbarten Telegrafenstationen, etwa auf dem Hoxberg und der Siersburg, überwachten die Stellungen der Zeigerbalken der Station auf dem Litermont mit Fernrohren und leiteten die übermittelten Nachrichten weiter.

Kriegsbedingt musste der optische Telegrafiebetrieb auf dem Litermont vor etwas über 200 Jahren wieder eingestellt werden. Nachdem der Amerikaner Samuel Morse Mitte des 19. Jahrhunderts die elektrische Telegrafie erfunden hatte, verloren die optischen Telegrafen zunehmend an Bedeutung. Um 1900 gab es bereits erste Funk-Telegrafenstationen.

Am Museumstag werden Mitglieder der Notfunkgruppe des deutschen Amateur-Radio-Clubs vom Litermontgipfel aus Funkverkehr in verschiedenen Betriebsarten zu Stationen in ganz Europa vorführen. Besucher haben die Möglichkeit, sich in die Betriebstechnik der historischen Morsetelegrafie einweisen zu lassen.

www.ots-nalbach.de

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StichwortDer Verein "Optische Telegrafenstation Litermont " wurde 2000 gegründet. Er hat 50 Mitglieder, Vorsitzender ist Bernhard Mommenthal. Der originalgetreue Nachbau entstand in den Jahren 2003 bis 2005 und kostete 50 000 Euro. Die Station einschließlich der Signalanlage ist etwa 15 Meter hoch. dl

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Auf einen BlickAktionen zum internationalen Museumstag am Sonntag, 17. Mai, planen im Landkreis Saarlouis ferner: Westwallmuseum Dillingen, Annastraße Pachten, ab 13 Uhr, Ausstellung "Westwallbunker als zivile Luftschutzbunker".Schloss Hausen in Rehlingen, 14 bis 18 Uhr, Führungen bei freiem Eintritt auch durch zwei neue Ausstellungsräume.Haus Saargau Gisingen, 11 Uhr, Eröffnung der Ausstellung "Freiräume", von Catrin Raber und Ruth Bellon. Dickfranzenhaus, Heimatmuseum Schwalbach, Hauptstraße 211 a, 10 bis 17 Uhr geöffnet, unter anderem mit Ausstellungen alter Fotos von Vereinen und Schuljahrgängen. pum