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Schützende Hände für Vögel in Not

Schützende Hände für Vögel in Not

Körprich. Rund 50 Schnäbel warten bei Günther und Monika Zach in Nalbach-Körprich derzeit auf regelmäßige Fütterung. Enten, Dohlen, Meisen, Stare, ein Rabe - alle sind seit Tagen oder Wochen in der Vogelauffangstation in der Dillinger Straße untergeschlüpft. Die Geflügelten sind aus dem Nest gefallen, verletzt oder elternlos und brauchen Hilfe

Körprich. Rund 50 Schnäbel warten bei Günther und Monika Zach in Nalbach-Körprich derzeit auf regelmäßige Fütterung. Enten, Dohlen, Meisen, Stare, ein Rabe - alle sind seit Tagen oder Wochen in der Vogelauffangstation in der Dillinger Straße untergeschlüpft. Die Geflügelten sind aus dem Nest gefallen, verletzt oder elternlos und brauchen Hilfe. Die bekommen sie jetzt rund um die Uhr, bis sie aufgepäppelt sind.Günther und Monika Zach kümmern sich seit 30 Jahren um Vögel in Not. Seit drei Jahren ist ihre Auffangstation vom Umweltministerium des Saarlandes anerkannt, das ihre Futterkosten übernimmt. "Trotzdem würden wir uns mehr Unterstützung wünschen", sagt die 60-jährige Monika Zach. Zu stemmen sind die Kosten für Käfige, Tierarzt, Medikamente und Strom, etwa für Wärmelampen, unter denen Nestlinge sitzen müssen. Was mit einem Hobby begann, ist für Zachs zum geld- und zeitintensiven "Vollzeit-Job" geworden, Spenden werden immer benötigt.

Zurzeit mangelt es an Unterschlupf: "Wer eine kleine, verschließbare Hütte hat, die er nicht mehr braucht, könnte uns helfen. Wir brauchen sie für die Enten; ein Antrag beim Ministerium ist abgelehnt." Um sechs Uhr beginnt ihr Tag zwischen März und Oktober mit der ersten von vielen Fütterungen. Medizin, Körner oder Insekten reichen die menschlichen Pflegeeltern von Hand an, bis die Vögel selbst fressen können. Im Winter herrscht mehr Ruhe, weil es dann keine Jungvögel gibt, die rund 80 Prozent der gefiederten Patienten stellen, erklärt Monika Zach. "Dann können wir auch mal in Urlaub fahren oder krank werden." Doch derzeit herrscht Hochbetrieb in der Station. Bis zu 20 Anrufe gehen täglich ein: "Die Leute rufen an, wenn sie einen Vogel in Not finden. Wenn sie ihn nicht bringen können, holen wir ihn ab", sagt Günther Zach, der sich seit Jahren mit Ornithologie beschäftigt und weiß, "welche Pflege jeder Vogel dann braucht." Wer anrufe, rät seine Frau, sollte den Findling erstmal beobachtet haben: "Wenn er nicht verletzt ist, sondern allein, sollte man eine Stunde abwarten, ob die Eltern sich noch zeigen. Füttern sollte man nicht. Unsere Telefonnummer bekommt man im Internet, bei Tierärzten oder der Polizei."

Die Vogelauffangstation hat Erfolg: "80 Prozent unserer Vögel können wir gesund auswildern." Jene, die es nicht schaffen, seien meist Katzen zum Opfer gefallen oder auch "fragwürdigen menschlichen Hobbys". Angler, Jäger oder Taubenzüchter nähmen oft keine Rücksicht auf Vögel, sagt Günther Zach. Der 64-Jährige beklagt auch, dass es im Saarland neben seiner nur in Morscholz und Rappweiler große Vogelauffangstationen gibt. Unter seinen Fittichen landen daher Vögel aus dem ganzen Saarland und der weiteren Umgebung. Schon oft habe er im Ministerium angeregt, mehr Stationen einzurichten. "Aber es passiert nichts, mit dem Verweis auf knappe Budgets." Dabei bestehe dringend Bedarf. Jährlich beherbergen allein Zachs, die Mitglied im NABU sind, rund 350 Vögel, die Tendenz steigt.

Nur selten fragen sich die ehrenamtlichen Vogelretter nach der letzten Fütterung um 22 Uhr, warum sie sich das alles antun. "Aber es ist selbstverständlich für uns. Wenn wir uns nicht kümmern würden, müssten die Vögel ja sterben".

Vogelauffangstation Nalbach, Günther und Monika Zach, Telefon (0 68 38) 49 56.

"80 Prozent unserer Vögel können wir gesund auswildern."

Monika Zach