Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 21:20 Uhr

Rufe nach besserer Schul-Akustik

Nalbach. Auf die Schulträger der etwa 330 saarländischen Schulen könnten nach der gestrigen Tagung des Umweltministeriums zur Raumakustik in Schulen "Lieber leise lernen 2009" in der Grundschule Nalbach Forderungen zukommen, die kostenträchtig sind Von SZ-Redakteur Dietmar Klostermann

Nalbach. Auf die Schulträger der etwa 330 saarländischen Schulen könnten nach der gestrigen Tagung des Umweltministeriums zur Raumakustik in Schulen "Lieber leise lernen 2009" in der Grundschule Nalbach Forderungen zukommen, die kostenträchtig sind. Die Privatdozentin Maria Klatte vom Fachbereich Sozialwissenschaften der TU Kaiserslautern untermauerte mit mehreren wissenschaftlichen Studien die These, dass Lärm und schlechte Akustik in den Klassenräumen Sprachwahrnehmung und Hörverständnis vor allem bei Grundschülern erheblich vermindern. Die Folgen seien schlechtere schulische Leistungen. "Auch das sozial-emotionale Klima in den Klassen leidet unter den schlechten Schallverhältnissen, ebenso wie das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern", sagte Klatte vor etwa 100 Lehrern, Architekten, Ingenieuren und Verwaltungsbeamten in der Mensa der seit einem knappen Jahr eröffneten neuen Grundschule in Nalbach. Andre Johann von der Arbeitsgemeinschaft Lärm beim Umweltministerium sagte der SZ am Rande der Tagung, dass die meisten saarländischen Schulen aus den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammten. "Da sind Betonwände und -decken sowie PVC-Böden verbaut worden, die den Schall in keiner Weise absorbieren", sagte Johann. Es sei das Ziel des Ministeriums, die Schulträger für die Problematik zu sensibilisieren. Dabei stünden die Kommunen und Kreise mit den Kosten nicht allein da. Das Land habe Fördertöpfe dafür, ebenso seien bereits aus dem Konjunkturprogramm des Bundes akustische Sanierungsmaßnahmen an Schulen vergeben worden. "Der Einbau einer Akustikdecke in den Klassen hilft schon sehr. Das kostet etwa 2500 bis 5000 Euro pro Raum", erläuterte der Lärm-Experte. Man müsse auch nicht unbedingt ein Gutachten durch ein Ingenieurbüro erstellen lassen. Der Bauamtsleiter jeder Gemeinde könne den Nachhallwert ebenso messen, betonte Johann."Ein Schulraumkataster für das Saarland gibt es nicht", erklärte Hans Werner Schulz vom Bildungsministerium auf die Frage, wie viele Klassenräume es im Saarland gibt. Deshalb sei eine Kostenschätzung für die akustische Sanierung aller Schulklassen im Saarland schwer.Bereits eine Verminderung der Dezibel-Zahl um den Wert von zehn bedeute im Hör-Empfinden der Menschen eine Halbierung des Lärms, erklärte der Diplomingenieur Rainer Machner vom Verein "Lernen statt Lärmen", der für die Lübecker Saint-Gobain Ecophon GmbH arbeitet, die unter anderem Akustikdecken produziert. Machner zeigte unter Verweis auf eine Studie der Uni Bremen auf, dass die Herzfrequenzen der Lehrer in direkter Verbindung mit dem Schallpegel nach oben gehen. "Gute Raumakustik ist eine zentrale Voraussetzung für einen modernen Unterricht, der auf Teamarbeit fußt", erklärte Machner.