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Resolution des Gemeinderates Nalbach zur geplanten Schließung der CTT-Klinik Lebach

Kostenpflichtiger Inhalt: Dringender Appell zum Erhalt der Klinik Lebach : „Wie bei einer Abschlussprüfung“

Der Nalbacher Rat wurde weit auseinander gezogen für eine Sitzung, bei der für die nächste Zeit ein Krisenausschuss berufen wurde. Außerdem nahm der Rat einstimmig eine Resolution zum Erhalt der Lebacher Klinik bis zum Ende der Pandemie an.

An einem nicht alltäglichen Sitzungsort in einer nicht alltäglichen Situation tagte der Nalbacher Rat am Donnerstag in der Litermonthalle. „Wir haben ein Drittel der Halle bestuhlt und die Ratsmitglieder saßen da mit zwei Metern Abstand wie bei einer Abschlussprüfung“, sagt Jörg Laub von der Nalbacher Verwaltung. Man habe alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten.

Denn der Nalbacher Rat habe noch einmal tagen müssen, um einen Krisenausschuss zu bilden. Der setzt sich ähnlich eines Ferienausschusses aus elf der 27 Ratsmitglieder zusammen und wird, solange die Krise dauert, anstelle des Rats tagen. „Das war notwendig, damit wir arbeiten können“, so Laub weiter.

Aus aktuellem Anlass verabschiedete der Rat einstimmig eine Resolution der Gemeindeverwaltung zur geplanten Schließung des Lebacher Krankenhauses: „Seit knapp zwei Wochen steht die kurzfristige Schließung des Lebacher Caritas Krankenhauses aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten im Raum.“ Die Resolution zitiert Gesundheitsminister Spahn: „Die Epidemie könnte das Gesundheitssystem an seine Grenzen - und darüber hinaus - bringen.“

Der Staatssekretär im saarländischen Gesundheitsministerium, Stephan Kolling, wird wie folgt zitiert: „Das Krankenhaus in Lebach, das eigentlich im Juli dicht gemacht werden sollte, soll nun so lange in Betrieb bleiben, wie es zur Behandlung von Corona-Patienten notwendig ist. Das werde lageabhängig entschieden.“ Die deutsche Regierung habe den Auftrag über 10 000 Beatmungsgeräte erteilt, das Saarland will über 200 neue Beatmungsplätze einrichten. Vor diesem Hintergrund fragt die Resolution: „Wo stellen wir diese neuen Geräte auf, wo richten wir Intensivpflegeplätze ein? Wollen wir, wie in anderen Regionen schon diskutiert und teilweise praktiziert, Zelte vor den Kliniken aufbauen oder Isolierstationen in Hotels und Hallen eröffnen, obwohl wir in Lebach ein sehr gut funktionierendes, mit Intensivbetten und best ausgebildeten und motivierten Pflegepersonal und Ärzten ausgestattetes Krankenhaus haben? Soll dieses Haus kurz vor oder gerade auf dem Höhepunkt einer noch nie dagewesenen Pandemie Anfang Juli geschlossen werden?“ Die Antwort des Nalbacher Rates ist einhellig: Nein.

Er schließt mit einem Appell an Gesundheitsministerin Monika Bachmann: „Überzeugen Sie ihre Regierungsmitglieder und den Betreiber der Caritas Kliniken Lebach, die katholische Hildegard-Stiftung und die Cusanus-Trägergesellschaft Trier (CTT), dass wir hier nicht mehr nach „der Lage“ entscheiden können, sondern nach unabdingbarer humanitärer Pflicht sofort handeln müssen. Die Pflegkräfte, die Ärzte und die Menschen in der Region warten auf ein starkes Zeichen in dieser schweren Zeit.“

Die Resolution endet mit einer klaren Forderung: Die Klinik Lebach muss, so ist sich der Rat einig, mindestens bis zum Abklingen der Pandemie am jetzigen Standort erhalten bleiben und unterstützt werden.