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Raum für mehr Nähe und Gemeinschaft

Ein Blick von der Etzelstraße auf den neu gestalteten Hubertusplatz im Zentrum von Nalbach. Grafik: Dutt & Kist
Ein Blick von der Etzelstraße auf den neu gestalteten Hubertusplatz im Zentrum von Nalbach. Grafik: Dutt & Kist
Nalbach. Die Umgestaltung der Ortsmitte Nalbach hat mit den Arbeiten für eine neue KSK-Filiale begonnen. Bis etwa 2019 sollen der Kirchenvorplatz, der Hubertusplatz und die angrenzenden Straßen folgen. Dann kommt es auf die Bevölkerung an, dieses Angebot auch zu nutzen. Johannes A. Bodwing

Über etwas mehr als zwei Jahre hinweg verändert das Ortszentrum von Nalbach sein Gesicht. Den Anfang macht der Neubau einer Filiale der Kreissparkasse Saarlouis zwischen Pfarrkirche und Piesbacher Straße (wir berichteten).


Damit entstehen zwei getrennte Bereiche, einmal der Kirchenvorplatz sowie der Hubertusplatz. Vor der Kirche soll es 2017 losgehen. Dort steht die Begegnung von Menschen im Vordergrund. Sitzmöglichkeiten sind vorgesehen, beispielsweise Bänke sowie mit Holz versehene Sitzmauern unter Bäumen. Später könnte auch das Kirchenumfeld passend gestaltet werden. Der Hubertusplatz an der Ecke Piesbacher Straße/Etzelbachstraße bleibt weiterhin multifunktional.

Das stellten Ortsvorsteher Albert Steinmetz und Bürgermeister Peter Lehnert der SZ dar. "Der Markt soll bleiben", erläuterte Lehnert. Der findet montags und samstags statt, derzeit mit vier Ständen. Aber "das soll noch attraktiver werden". Auch für die Kirmes sei weiterhin Platz. Bäume kommen erst einmal in mobilen Trögen auf den Platz. Das schaffe Flexibilität bis klar ist, wie sich die Dinge entwickeln, erklärten beide. Der Hubertusplatz steht im Plan mit 16 öffentlichen Stellflächen plus einem Behindertenparkplatz. Entlang der KSK-Filiale liegen zehn Stellplätze sowie einer für Behinderte. Gegenüber der Filiale werden es nochmals fünf Parkplätze.



Gleiche Parkplatzzahl

"Netto ist es die gleiche Parkplatzzahl wie jetzt", sagte Lehnert. Zudem habe man in einer Entfernung von 30 Metern eine Handvoll Häuser aufgekauft. Die halte man erst einmal für Flüchtlinge vor. "Später könnte dort Wohnraum entstehen für ältere Menschen. Je nach Bedarf ließe sich durch Abriss einzelner Gebäude auch zusätzlicher Parkraum schaffen." Die Neugestaltung bindet die Hubertusstraße mit ein. "Etwa bis zur Düppenweilerstraße", sagte Steinmetz, in anderer Richtung bis zum Kreisel. Denn dies sei eine Art Geschäftsstraße von Nalbach . Seit 2007 wurde an den Ideen gearbeitet. Um die 100 Personen beteiligten sich an Workshops, mehrere Architekten und Planungsbüros lieferten zusätzliche Vorschläge.

"Wir haben die besten Ideen zusammengefasst", sagte Steinmetz. Jetzt bringen die Architekten von ahochi sowie die Landschaftsplaner Dutt & Kist das Projekt weiter voran. Eine Besonderheit wird der so genannte Shared Space (geteilter Raum) unmittelbar an Hubertusplatz, Kirche sowie KSK-Filiale. Dort gibt es dann keine Bordsteine mehr. Die Geschwindigkeit wird von derzeit 30 auf 20 km/h abgesenkt.

"Poller trennen den Bürgersteig von der Straße", sagte Lehnert. "Das wird sich auch farblich unterscheiden." Die Ortsmitten von Körprich, Bilsdorf und Piesbach wurden in den vergangenen Jahren neu gestaltet. Denn die Gemeinde wachse, bei derzeit 9300 Einwohnern. "Jetzt ist Nalbach dran", betonte Lehnert. Für die Nalbacher Ortsmitte sind 1,9 Millionen Euro geplant, 60 Prozent davon Zuschüsse.

Ältere im Blick

Ziel ist es, den Einwohnern fußläufige Möglichkeiten zu bieten für Einkauf, Freizeit und soziale Kontakte. Einen richtigen Supermarkt werde es jedoch nicht mehr geben, meinte Lehnert. "Vielleicht einen Laden wie in Piesbach. Aber die Bevölkerung muss es dann auch annehmen."