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Vertrocknet
Heißer Sommer war Gift für den Bolzplatz

Erst mittels Drohnenaufnahme ist auf einen Blick erkennbar, wie sehr der erst vor vier Jahren fertiggestellte Rasenbolzplatz wegen Wassermangels in diesem Sommer geschädigt wurde.
Erst mittels Drohnenaufnahme ist auf einen Blick erkennbar, wie sehr der erst vor vier Jahren fertiggestellte Rasenbolzplatz wegen Wassermangels in diesem Sommer geschädigt wurde. FOTO: Dieter Lorig
Bilsdorf. Die hohen Temperaturen und der Wassermangel haben auf dem Bilsdorfer Rasen- und Bolzplatz ihre Spuren hinterlassen. Jetzt ist guter Rat teuer. Von Dieter Lorig

Der erst vor vier Jahren neu geschaffene Rasen- und Bolzplatz am Ende der Enzenbachstraße ist vertrocknet. Bis auf wenige Stellen ist der einst saftig grüne Rasen auf dem Platz verdorrt, und es ist eine teils staubige und unebene Fläche entstanden. Zudem zerfurchten Wildschweine den nicht eingezäunten Platz an einzelnen Stellen. „Wir mussten dem Aufruf der Gemeinde zum Wassersparen folgen und konnten die Rasenfläche in den letzten Monaten nicht mehr bewässern“, erzählt Georg Ewen, Mitglied der privaten Interessengemeinschaft (IG) Bolzplatz Bilsdorf.


Den Rasenbolzplatz gibt es erst seit 2014. Damals hatte die IG mit ausschließlich privaten Sponsorengeldern in Höhe von knapp 15 000 Euro und viel Eigenarbeit aus dem vergammelten Braschen-Sportplatz der Gemeinde eine attraktive Rasenspielfläche gemacht. Seither nutzten viele Kinder und Jugendliche die begrünte Fläche als Bolzplatz und beliebten alternativen Fußballtrainingsort. Ewen schätzt die Kosten auf etwa 3500 Euro, um den Platz wieder herzurichten. Das sei viel Geld für die IG Bolzplatz, der lediglich zehn Mitglieder angehörten. Die Gemeinde hat die Spielfläche 2014 an die IG Bolzplatz verpachtet und diese mit einem Nutzungsvertrag zur alleinigen Unterhaltung verpflichtet. „Bis zum Aufruf des Bürgermeisters zum Wassersparen Ende Juli hatten wir in diesem Jahr bereits Kosten für die Bewässerung in Höhe von über 1000 Euro“, bestätigt Ewen.

Auf einen finanziellen Zuschuss der Gemeinde zu den Wasserkosten oder für den Wiederaufbau des Platzes kann die IG Bolzplatz aktuell nicht hoffen. Unter anderem die äußerst angespannte Finanzlage der Kommune, deren Haushaltsplan noch nicht genehmigt sei, lasse dies nicht zu, teilten Bürgermeister Peter Lehnert und Albert Steinmetz, Vorsitzender der SPD-Mehrheitsfraktion im Nalbacher Gemeinderat, auf Anfrage der SZ mit.



„Wir bedauern dies, zumal der Platz die einzig frei zugängliche Spielstätte in der Gemeinde ist, wo sportbegeisterte Kinder und Jugendliche noch spontan Fußball spielen können“, sagt Ortsvorsteher Detlef Germowitz. Er ist ebenfalls Mitglied in der IG Bolzplatz. Sogar die Nalbacher Grundschule habe den Platz in der Vergangenheit zeitweise für den Sportunterricht genutzt, ergänzt Ewen.

Nachfragen der SZ brachten zutage, dass ein Austrocknen des Platzes eventuell vermeidbar gewesen wäre. „Hätte sich die IG Bolzplatz im Juli wegen der Bewässerung direkt an den Wasserzweckverband gewendet, wäre eine Lösung des Problems denkbar gewesen“, sagte Knut Scherer, technischer Geschäftsführer des Nalbacher Wasserwerks. Dieser bestätigte, dass sich die während des trockenen Sommers angespannte Situation der Trinkwasservesorgung wieder entspannt habe. Dies überrascht die Mitglieder IG Bolzplatz. „Ihren öffentlichen Aufruf zum Wassersparen hat die Gemeinde noch nicht widerrufen“, so Ewen. Die Verantwortlichen der IG Bolzplatz hoffen, mit dem Erlös aus dem nächsten Bolzplatzfest, das am Samstag, 15. Juni, des kommenden Jahres stattfindet, den Wiederaufbau ihres Rasenplatzes wenigstens teilweise finanzieren zu können.