Offen über Aids sprechen

Nalbach. Sicher sind sich Firat, Tessa und Neslihan bei einigen Fragen nicht, viele Antworten zum Thema HIV und Aids kennen sie jedoch schon. Aber nur nichts Falsches sagen, besser ist es, sich erst gar nicht zu Wort zu melden. Eine Einstellung, die es zu ändern gilt

Nalbach. Sicher sind sich Firat, Tessa und Neslihan bei einigen Fragen nicht, viele Antworten zum Thema HIV und Aids kennen sie jedoch schon. Aber nur nichts Falsches sagen, besser ist es, sich erst gar nicht zu Wort zu melden. Eine Einstellung, die es zu ändern gilt. Das müssen nicht nur diese drei Jugendlichen lernen, sondern auch viele Mitschüler aus der achten Klassenstufe der Erweiterten Realschule in Nalbach. Blockaden zu durchdringen, sich zu öffnen, mit Selbstbewusstsein und Mut an dem Thema arbeiten - das ist ein Ziel der Aids-Prävention, angeboten vom Gesundheitsamt Saarlouis. Wann wird HIV zu Aids? Wie ist diese Immunschwächekrankheit übertragbar? Wie kann ich mich vor Aids schützen? Das sind nur einige Fragen, auf die Firat, Tessa, Neslihan und über 20 weitere Schüler Antworten finden müssen. Dabei helfen ihnen, neben einem Team des Gesundheitsamtes, die Schauspielerinnen Beate Albrecht und Kirsten Mohri. "Manche haben schon Probleme darüber zu reden", erklärt Neslihan. Gruppenarbeit und Teamgeist sind jedoch gefragt. "Wir müssen lernen, dass man darüber reden kann", sagt Tessa. "Man muss sich halt trauen", fügt Firat hinzu. Er beweist gleich schon das gewisse Pensum Selbstbewusstsein, was andere Schüler sich erst erarbeiten müssen. Aber mit voranschreitender Uhrzeit fällt auch die Hemmung, sich zu öffnen. Manche kichern zwar, wenn es ins Detail geht, aber letztendlich sind doch alle mit Spaß dabei. Ein gemeinsames Theaterstück soll das Ergebnis von zwei Arbeitstagen aufzeigen. Was dort am Ende thematisiert wird, wissen die Schüler noch gar nicht. Und das bleibt auch für Albrecht und Mohri spannend. Die beiden Schauspielerinnen lassen sich überraschen, was sie heute mit den Schülern gemeinsam zur Aufführung bringen. Die Resonanz jedenfalls auf die Präventionsarbeit des Gesundheitsamtes fiel gut aus. Die Schüler haben nicht nur viel über HIV und Aids erfahren. "Wir haben mehr Selbstvertrauen und haben gelernt, mit Kritik und Fehlern umzugehen", sagen Firat, Tessa und Neslihan.